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Titel - MVGDB
292
Název:
Beiträge zur Kunde böhmischer Geschichtsquellen des XIV und XV Jahrhunderts II, MVGDB 36
Autor:
Bachman, Adolf
Rok vydání:
1898
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
32
Obsah:
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entbehren jedes inneren Zusammenhanges. Die Darstellungsform läßt
zumeist vieles zu wünschen übrig.1) Noch übler ist es mit der mährischen
Geschichtschreibung jener Tage bestellt: wir haben nur das Chronicon
Zdiarense Heinrichs von Heimburg2) und dessen kurze Notizen in seinen
böhmischen Annalen. Wie wenig die Saarer Chronik die allgemeinen
Vorkommnisse und deren Zusammenhang berücksichtigt, ist längst von
anderer Seite hervorgehoben worden.3) Dazu gedenkt eine Handschrift
des Pulkawa, die sich im Brünner Landesarchiv findet, noch der „Gesta
Moraworum“ für diese Zeit.4) Sie sind jedoch verloren.
Wer demnach, und sei es auch nur ein Menschenalter später, wie
dies bei Otto von Königsaal der Fall war, die Geschichte der Ottokaria
nischen Zeit — nach den heimischen Quellen — schreiben wollte, der war
übel genug daran. Ihm blieb, neben den Chroniken, nur ein gewisses
urkundliches Materiale und die Tradition. Nicht nur für die Zeiten der
großen Hungersnoth 1280—1282,5) sondern auch noch für die Ereignisse
der Jahre 1287—1290 beruft sich Otto wesentlich auf die Volksüber
lieferung.6) Um so weniger kann er für die Zeiten König Ottokars
(1253—1278) etwa als Angens und Ohrenzeuge in Betracht konmen.
Wir kommen zunächst auf die Frage zurück, ob Abt Otto für die Zeit
Ottokars an schriftlichen Quellen uur die Annales Ottocariani gebraucht
hat, ihnen „die Geschichte Ottokars entlehnte".7) Daß dem nicht so ist,
darüber spricht sich Otto gelegentlich wenigstens indirect aus: Wie oft
dieser König (Ottokar) aber im Kampje gesiegt und ruhmvoll nach Hause
zurückgekehrt, das „mögen diejenigen darlegen, welche über seine Helden-
thaten auf Grund genauer Forschung Geschichtswerke verfaßt und
solche, des Wissens der Nachkommenden werth, in verschiedenen
1) Ich handle darüber demnächst noch besonders. Was in letzter Zeit (Čas.
matice Moravské, Bd. 17 u. 18, Brünn 1893 und 94) I. Pekař über die
Annales Ottocariani vorgebracht hat, ist unzulänglich.
2) Font. rer. Bohemicarum II, 521 ff.
3) Ebendort III, Prag 1882, S. 313—317 (Beginn).
4) Vgl. Fontes rerum Bohemicarum V, Prag 1893, S. 164, Anm. und dazu
die Einleitung Jos. Emlers ebdt. XV—XVI. Vgl. übrigens noch unten zu
Cap. VIII der Königsaaler Chronik.
5) Cap. XII, prout a senibus didici.
6) Cap. XXI und XXIV.
7) Loserth in Font. rer. Austriac. I. Abth. VIII, S. 40, Anm 1.