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Titel - MVGDB
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- s. 12: … einer von den zwölf Mönchen, die nach der Gründung des Klosters Königsaal (1292) in dasselbe übersiedelten, bereits im Jahre 1297, uach der…
- s. 13: … vielfältig ermahnt, daß ich das Buch über die Gründung des Klosters Königsaal, das mein Vorgänger glückseligen Angedenkens Herr Otto, der zweite Abt,…
- s. 14: … Wenzels und seiner Eltern uur die Darstellung der Gründung des Klosters Königsaal als ein besonderes Ganze herausheben. Diese Gründungsgeschichte erscheint in den…
Název:
Beiträge zur Kunde böhmischer Geschichtsquellen des XIV und XV Jahrhunderts I, MVGDB 36
Autor:
Bachman, Adolf
Rok vydání:
1898
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
31
Obsah:
- 1: Titel - Beiträge
- 31: Titel - MVGDB
Strana 12
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gewiesen, und auf eine Anzahl Versehen hat neuerlich Emler in den Au-
merkungen zu seiner Aufgabe aufmerksam gemacht.
Was die Zeit anbelangt, zu der sich Otto mit der Abfassung der
Vita beschäftigte, so erscheint der Termin von vornhinein durch das Todes-
datum des Königs Wenzels als des Gründers von Königsaal (21. Juni
1305) und das Jahr des Ablebens Ottos selbst (1314) verhältuißmäßig
begrenzt.1) Doch wird sich vielleicht als Ottos Arbeitszeit noch ein engerer
Zeitraum feststellen lassen.
Bekannt ist, daß Otto,2) einer von den zwölf Mönchen, die nach
der Gründung des Klosters Königsaal (1292) in dasselbe übersiedelten,
bereits im Jahre 1297, uach der freiwilligen Abdankung des ersten Abtes
von Königsaal, Konrad, zum Abte dieses Stiftes gewählt wurde, die Abts-
würde aber schon nach anderthalb Jahren wieder zurücklegte. Seine
Weisheit (vir sapiens) hatte ihm die Stimmen der Brüder bei der
Wahl des Abtes zugeführt. Ein Grund für seine Resignation, etwa
schwerere körperliche Leiden, wird nicht genannt. Ebendeshalb wird man
nicht direct an Krankheit denken dürfen, sowie er thatsächlich ja noch nach
1305 die Abfassung der Vita Wenceslai unternehmen konnte. Näher liegt
der Glaube, wenn auch nicht an das Versagen seiner intellectuellen Kräfte,
wohl aber vielleicht an seine keusche weltscheue Art3) und an irgend ein
anderes Hinderniß, das ihn die vielfältigen und schweren Pflichten des
Klostervorstehers nicht anf die Dauer ertragen ließ.
Auch die Thatsache, daß Otto noch lange Jahre vor seinem Amts--
vorgänger Konrad, bereits im März 1314, gestorben ist; dann aber
auch eine weitere Erwägung ist beachtenswerth. Als Peter von Zittau
nach dem Tode Ottos die Fortsetzung des Werkes Ottos übernahm, waren
von demselben erst 51 Capitel fertig geworden; um 1316 oder spätestens
13174) ist nicht nur die Vita Wenceslai sondern das ganze erste Buch,
insgesammt 130 zum Theil sehr umfängliche und inhaltreiche Capitel,
ausgearbeitet. Dazwischen fällt aber auch noch die Abtwahl Peters und
1) Lorenz, Deutschlands Geschichtsquellen, I3 294.
2) Vgl. dazu und zum Folgenden bes. Archiv LI. S. 460—468.
3) Vgl. Otto pudicus in dem von fremder Hand in die Königsaaler Gründungs-
geschichte eingeschobenen Abschnitte: Hic devotorum conscribuntur monacho-
rum nomina bis „adesse velis duodenus". Lib. I. cap. XL. Font. rer.
Boh. IV 51.
4) Vgl. den eingehenden Nachweis bei Loserth, Arch. LI, S. 477 ff., bes. 480;
daß die große Mehrzahl der bezüglichen Capitel noch früher fertig war, dar
über siehe, im anderen Zusammenhange freilich, noch unten.