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Titel - MVGDB
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Název:
Meissnisch-Böhmische Beziehungen zur Zeit König Johanns und Karls IV, MVGDB 35
Autor:
Lippert, Woldemar
Rok vydání:
1897
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
27
Obsah:
- 240: Titel Beziehungen
- 266: Titel - MVGDB
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Prager Hofe, 1) und gemäß der schriftlichen Zusage Herzog Johanns
vom 12. Juli wird dessen Vater, der nun an Stelle Karls selbst die Bei
legung des Streitfalls in die Hand nahm, auf den Herrn von Michels-
berg eingewirkt haben. Ehe noch der obige Waffenstillstand vom 24. Februar
1345 abgeschlossen wurde, schrieb der König an den Markgrafen Fried
rich und benachrichtigte ihn von dem gegeuwärtigen Stand der im Herbst
des vorigen Jahres vereinbarten Eheangelegenheit zwischen den Häusern
Luxemburg und Wettin (es handelte sich un Beibringung des päpstlichen
Dispenses). Dabei theilte er ihm auch mit, daß Johann von Michels
berg vorhabe, zur Entschuldigung wegen der ihm von meißznischer Seite
gemachten Vorwürfe uach Pirna zu kommen, seine Rechte daselbst darzu-
legen und nach Eutscheidung geeigneter, biederer Leute Recht zu geben
und zu nehmen. Wolle der Markgraf hierzu einen bestimmten Tag au-
gesetzt haben, so möge er es ihm schriftlich zu wissen thun. In einem
Nachwort fügt der König dann noch bei, er werde betreffs des Schlosses,
das durch den von Michelsberg in Besitz genommen sei, sich demgemäß
halten, was er dem Markgrafen versprochen habe.2)
Eine befriedigende Erledigung mag aber, selbst weun die Bespre¬
chungen in Pirna stattgefunden haben sollten, nicht erzielt worden sein,
denn nachdem wir während des Sommers 1345 nichts weiter über die
1) Er ist Zeuge in Herzog Heinrichs von Glogau Urkunde, Prag, 23. November
1344 j. Emler, Reg. Boh. IV, 596 Nr. 1472 „her Jesk von Michelsperc“
Gleichzeitig weilte anch der Bischof Johann von Meißen in Prag und tritt
zusammen mit dem Michelsberger als Zeuge anf. a. a. D. Nr. 1470, 1472,
1475, so daß die Annahme von Besprechungen nahe liegt.
2) Emler, Reg. Boh. IV, 608 Nr. 1509. Dieser Druck ist jedoch uicht allzu
genau. S. 608 ift statt „Reynhardum de Husperg“ zu lesen „Honsperg“,
608 vorletzte Zeile statt „fratres vestros“ zu lejen „fideles“, 609 statt
„litteras . . . . dirigentes" zu lejen „dirigendas“. Besonders bedauerlich ist
aber die Weglassung der interessanten Nachschrift, die von derselben Hand, die
das Stück schrieb, am Schlusse unter der Unterschriit „.. Rex Boemie“
zugefügt ist, denn erst durch sie erlangt die vorhergeheude Stelle über den
Michelsberger Klarheit und wir erfahren hier, wornm es sich bandelte, nämlich
um die Besetzung eines Schloffes. Die Stelle lautet: „Ceterum sciat vestra
dileccio, nos utique facturos cum illo castro acquisitum [jedenfalls zu lesen
„acquisito“] per illum de Michilsperg predictum, secundum quod vobis
nos noveritis promisisse, quod et de vobis fieri instancius supplicamus“.
Das Schreiben (Orig. Papier Nr. 3010a) trägt auf der Rückseite die Adresse:
„Magnifico et excellenti principi domino Friderico Misnensi marchioni
sororio nostro karissimo“, und war verschlossen durch Johanns braunes
aufgedrücktes, jetzt abgesprungenes Secretsiegel.