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Titel - MVGDB
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Název:
Meissnisch-Böhmische Beziehungen zur Zeit König Johanns und Karls IV, MVGDB 35
Autor:
Lippert, Woldemar
Rok vydání:
1897
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
27
Obsah:
- 240: Titel Beziehungen
- 266: Titel - MVGDB
Strana 242
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Antheil Herrn Johanns von Michelsberg. Als das Haupt eines ange-
sehenen, stattlich begüterten Geschlechts ist er eine unter König Johann
wiederholt genannte Persönlichkeit, 1) und daß er, wie die meisten böhmi
schen Großen, besonders zur Zeit Johanns, wo mir zu hänfig die seste
Hand des Landesherrn fehlte, auch vor Krieg und Gewaltthat nicht zurück-
schreckte, ist auch anderwärts überliefert. 2)
Am 12. Juli 1344 nun schrieb König Johanns Sohn, der Titu-
larherzog Johann von Kärnten, aus Prag an den Markgrafen Friedrich
von Meißen und ersuchte ihn unter Erinnerung an die zwischen den Lu-
xemburgern und Wettinern bestehende Freundschaft, den zwischen ihm und
Johann von Michelsberg schwebenden Streitfall vorlänfig ruhen zu lassen,
bis des Herzogs Bruder, der Markgraf Karl von Mähren, der bei Ab--
wesenheit seines königlichen Vaters Regent des Königreiches Böhmen war,
wieder eingetroffen sei; dieser werde ihm volle Gerechtigkeit verschaffen.
Karl befand sich, nachdem er seit dem März mit seinem Vater in Avignon
beim Papste Clemens VI. geweilt hatte, damals gerade in Oberlothringen,
und zwar am 14. Juli auf dem Schlosse Charmes an der Mosel,
zwischen Nancy und Epinal, und tritt erst im November wieder in
Prag auf. 3)
Ob der Waffenstillstand am 11. November 1344 verlängert wurde,
wissen wir nicht; während des Winters ruhte aber damals überhaupt
1) Vgl. J. M. Klimesch, „Die Herreu von Michelsberg als Besitzer von Wele
schin“, in diesen Mittheilungen XXII (1884) S. 185; über Johann (II.) ins
bejondere S. 330 folg., 334 folg.
2) Vgl. „Johanns von Guben Zittauische Jahrbücher“, Script. rer. Lusaticorum
(Görlitz 1837) I, 8. Er überfiel und besetzte 1346 den Oybin bei Zittan. S.
auch A. Moschkau, „Ritterburg und Kloster Oybin im Zittaner Gebirge
(3. Anfl. Oybin 1891) S. 41; selbst die Ortssage hat hier seinen Namen in
der Erzählnng vom Jungfernsprung festgehalten, s. Moschkan S. 65.
Emler, Reg. Boh. IV, 630 Nr. 1571, jedoch falsch zum 11. Jnli 1345, statt
zum 12. Juli 1344. Wohl paßt die Erwähnung von Karls Abwesenheit anch
zum Juli 1345, denn Karl befand sich damals seit Ende Jnni mit seinem
Vater auf dem Kriegszuge gegen König Kasimir von Polen, lagerte am
12. Juli vor Krakau und war am 5. August wieder in Prag, vgl. Huber.
„Die Regesten des Kaiserreichs unter Kaiser Karl IV.“ Nr. 216, 217; We-
runsky, „Geschichte Kaiser Karls IV.“ (1880) I, 383—386. Aber an diesem
Zuge nahm anch sein Bruder Johaun von Kärnten theil, der sich in den
Kämpfen an der Weichsel im Anfange des Juli die Ritterwürde erwarb.
Die Urkunde (Orig. Papier im Hauptstaatsarchiv Dresden Nr. 3021, mit auf
der Rückseite aufgedrücktem Siegel unter Papierdecke) gehört also zum Vor
jahre, wo Karl gleichfalls und zwar längere Zeit außer Landes weilte, wäh-
3)