z 22 stránek
Titel Kladrauer Urkunden
248
249
250
251
252
253
254
255
256
257
258
259
260
261
262
263
264
265
266
267
268
Titel - MVGDB
269
Název:
Stadt Kladrauer Urkunden, MVGDB 34
Autor:
Mayer, Wenzel
Rok vydání:
1896
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
22
Obsah:
- 248: Titel Kladrauer Urkunden
- 269: Titel - MVGDB
Strana 257
257
—
annue pensionis praenotate seu exaccionum extorsione facere tenebuntur seu de-
bebunt.
In cuius rei testimonium et perpetuam firmitatem presens scribtum si-
gillo nostre ciuitatis Cladrubensis procurauimus roborari. Datum in Cladrona
Anno Dni M'CCCC LX II° sabbato ante Anthonij.
An diesem Pergamente hängt das aus gelber Masse angefertigte
Stadtsiegel in seiner älteren, spitzovalen Form. Dasselbe stellt die Stadt--
mauer mit einem offenen Thore dar, unter dessen Bogen eine männliche
Figur kniet, während auf der Mauer selbst das Bild des Gekreuzigten
aufgerichtet ist; zu beiden Seiten desselben stehen mit aufgehobenen Händen
und das Gesicht dem Kreuze zugewendet, die Heiligen Maria und Johannes.
Die Umschrift lautet: S CIVITATIS CLADRVBENSIS.1)
X. In der Pergamenturkunde vom 13. März 1484 bestätigen Abt
Johann III. (1483—1507) und sein Convent die Schenkung eines Häus-
chens unter dem Rathhause, welche sein Vorgänger, der oben genannte
Abt Paul, der Stadtgemeinde Kladrau zu dem Zwecke gemacht, damit
dasselbe dem dortigen Caplan zur Wohnung diene. Bemerkenswerth ist
hiebei, daß die Wahl dieses Hilfspriesters aus irgend einem christlichen
Orden den Kladrauern vollkommen freigestellt, also nicht auf jenen des
heil. Benedikt beschränkt war. Zugleich wird in dieser Urkunde dem Caplan
die Verpflichtung auferlegt, an jedem Montage, und wenn auf diesen ein
Feiertag fällt, an einem anderen Tage derselben Woche, eine heil. Messe
für die Stifter dieser Caplanei zu lesen. Dieselbe war bei der Filial-
kirche2) zu St. Jakob, der jetzigen Kladrauer Pfarrkirche, am 14. Juni
1396 als Beneficium errichtet3) und am 3. März 1404 in Folge einer
weiteren Zuwendung seitens des Pfarrers Peter von Komarow erneuert
worden.4) Die Urkunde lautet:
My kniez Jan Bozi milosti opath, kniez Jan probosst w Tusskowie na
Mzy, knyez Alexander czasu toho probosst w Przessticzich, y wessken conwent
classtera Cladrubskeho, rzadu a zakona swateho Benedicta, znamo czijnyme tiemto
listem wuobecz wssem lidem nynyeyssim y buduczim, ktozbi gey widieli a
cztucz slisseli, tak iakoz przedek nass dobre pamieti knyez Pawel 5) byl gest
1) Vgl. Schöft a. a. O. S. 18.
2) Nämlich der damaligen Pfarrkirche zu St. Peter, welche nördlich von der
Stadt in der Gegend des jetzigen Friedhofes gestanden, nachmals geschlossen
und abgetragen wurde, während die frühere Filiale zur Pfarrkirche geworden war.
3) Vgl. Borowý, Libr. erect. IV. S. 440 Nr. 609.
4) Lib. erect. VI. fol. 390, bisher nicht durch Druck veröffentlicht.
5) Abt Paul II. stand dem Kladrauer Ordenshause vom Jahre 1461 bis
1476 vor.