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Titel Kladrauer Urkunden
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Titel - MVGDB
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Název:
Stadt Kladrauer Urkunden, MVGDB 34
Autor:
Mayer, Wenzel
Rok vydání:
1896
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
22
Obsah:
- 248: Titel Kladrauer Urkunden
- 269: Titel - MVGDB
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über einige Wiesengründe. Dem Tenor derselben ist zu entnehmen, daß
von der sog. Spitalswiese alljährlich zwei Kübel Getreide oder Mehl an
das städtische Spital abzuführen waren, welche Giebigkeit die Kladrauer,
obgleich diese Wiese in den Besitz des Klosters überging, dennoch auch
fernerhin zu leisten sich verpflichteten.
Die Plicatur dieses Documentes ist mittelst der Oblatensiegel des
Abtes und Conventes an die Rückseite angeklebt, welche Siegel mit den
der nächst vorhergehenden Urkunde aufgedrückten übereinstimmen. Vor
dem äbtlichen ist die unleserliche Unterschrift des Priors und hinter jenem
des Conventes die des „F. Benedictus subprior" beigesetzt.
XXI. Während diese drei letzterwähnten Dokumente czechisch abge-
faßt sind, folgt nunmehr das am 6. August 1699 in deutscher Sprache
auf Pergament ausgefertigte Privileg, mittelst dessen Kaiser Leopold I.
den Kladrauern gestattete, den sogenannten „Sanct Jacobi Wohlfarth¬-
Marckt“ wiederum ungehindert abzuhalten. Dieser Jahrmarkt war ihnen
nämlich im Jahre 1695 von der fgl. Statthalterei eingestellt worden, da
sie kene Verleihungsurkunde aufzuweisen vermochten. Ihre dieserwegen
an Se. Majestät gerichtete Beschwerde wurde unterm 16. Feber 1696
zurückgewiesen, gleichzeitig jedoch den Bittwerbern bedeutet, daß es ihnen
freistehe, um diese Marktgerechtigkeit neuerlich im vorgeschriebenen Wege
eintzuschreiten.
Dieser Urkunde ist das in eine Holzschale eingelassene wohlerhalten
große Majestätssiegel an schwarzgelber Schnur angehängt.)
XXII. Der Vollständigkeit halber sei noch einer im Kladrauer Archiv
erliegenden Quittung vom 6. August 1707 gedacht, worin die von den
vier Ständen des Königreiches Böhmen gewählten Einnehmer der Landes-
abgaben2) den Empfang der von den Kladrauern für den Febertermin 1707
bezahlten Steuer bestätigen. Das Blatt erinnert nämlich an eine Episode
in dem Streite, welcher zwischen der Stadt Kladrau und ihrer geistlichen
Obrigkeit über das Unterthänigkeitsverhältniß mit großer Hartnäckigkeit
geführt worden. Die Kladrauer, in dem Bestreben, zu Gunsten ihrer
Unabhängigkeit von dem Kloster ein Präjudiz zu schaffen, hatten diese
Zahlung mit Umgehung ihrer Obrigkeit abgesondert geleistet, gleichwohl
aber hiedurch keinen nachhaltigen Erfolg zu erzielen vermocht.
1) Vgl. Schöft a. a. O. S. 38. 39.
2) Es waren dies: Anton Herbst, Canonicus des Metropolitancapitels bei
St. Veit, Georg Bernard Reichsgraf Wratislaw von Mitrowitz, Rudolf Franz
Mladota von Solopisk und Nathaniel Franz Perlenec von Perlbach, Primator
der Neustadt Prag.