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Titel - MVGDB
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Název:
Beiträge zur Geschichte der Klöster und der Kunstübung Böhmens im Mittelalte I, MVGDB 34
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1896
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
33
Obsah:
- 92: Titel - Beiträge
- 124: Titel - MVGDB
Strana 106
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est in iudicio contestato cum consilio iudicis et iuratorum anno die loco ut
supra. Item predictus Hanuss aurifaber propter dictam domo(!) in Hradczano
dedit Cunssoni civi de Maiori civitate Pragensi II sex. et X gr. Prag. denar. et
hoc factum est in iudicio contestato cum consilio iudicum et iuratorum. Item
predictus Hanuss aurifaber propter dictam domo in Hradczano dedit Johanni
uni de iuratis IIIIJ sex. gross. Pragens. denariorum. Actum in iudicio contestato
cum consilio iudicum et iuratorum anno die loco ut supra
C. Johannes, der Hofmaler Wenzels IV.
Da bereits unter Karl IV. zwei für ihn in Böhmen arbeitende
Hofmaler in Nicolaus Wurmser aus Straßburg und in dem Maler
Theodorich begegnen und die Pflege der Malerei in Prag, wie die Ein-
tragungen des Buches der Prager Malerzeche und mehrere Werke schließen
lassen, auch während der ersten Regierungshälfte Wenzels IV. offenbar
eine recht rege war, so kann es nicht befremden, daß gerade in dem zu-
letzt erwähnten Zeitabschnitte wieder ein Hofmaler auf dem Prager Boden
nachzuweisen ist. Denn mit ihm erscheint ja die Continuität einer von
Karl IV. geförderten Institution gewahrt.
Dieser Hofmaler Wenzels IV. ist der am 5. October 1392 erwähnte
„Johannes pictor regis Romanorum et Bohemie“, welcher das von
Tomek auf Nr. 175 der Lorettogasse localisirte Haus1) dem Herrn
Johann d. Jüng. von Liblitz um 37 Schock Prager Groschen verkaufte.
Nach der Kennzeichnung der Lage dieses Hauses, das auf der einen Seite
das Haus einer Adliczcze zum Nachbar hatte, muß der vom Hofmaler
Johann veräußerte Besitz identisch sein mit jenem Hause, das am 6. Mai
1382 der Maler Jeschek auf dem Hradschin von dem Schneider Wenzel
um 30 Schock erwarb und das Hradschiner Stadtbuch als „sitam in
Hradczano inter domos honeste mulieris Kytlyczow parte ab una et
domum Adlycze mulieris de Tynecz parte ex altera“ bezeichnet. Denn
für dieses Haus, welches auch eine Urkunde vom 2. Juli 1382 und das
letztere wiederholende Hradschiner Stadtbuch als „penes domum Kytly-
czonis ex una parte et Adlyczcze vidue ex parte altera“ charakteri
siren, verpflichtete sich der Maler Johann zu einem Jahreszinse von
einem Schock zugunsten des Dorotheenaltares im Prager Dome. Diesen
Zins, der zu gleichen Theilen am Georgi und am Gallifeste jedes Jahres
von genanntem Hause bei Vermeidung bestimmter Strafen entrichtet werden
sollte, hatte von dem Maler Johann um 10 Schock jener Altarist Cunsso
des Dorotheenaltares erworben, dessen 1389 vollendete Bibel sich in der
1) Tomek, Základy starého místopisu Pražského III. S. 149.