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Titel - MVGDB
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Název:
Beiträge zur Geschichte der Klöster und der Kunstübung Böhmens im Mittelalte I, MVGDB 34
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1896
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
33
Obsah:
- 92: Titel - Beiträge
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Sohnes mit einer Böhmin mindestens für ein in der Zeitdauer unbe-
stimmtes Verweilen desselben in Böhmen, von wo aus auch der zweite
Sohn leichter Beziehungen zu österreichischen Adeligen anknüpfen konnte
so bleibt es doch zweifelhaft, ob Ulrich Glanast selbst in Böhmen ansässig
war und nicht in Sulzbach selbst die Aufträge Karls IV. ausführte. In
ersterem Falle müßte wohl an ein Verweilen in der Residenzstadt des
Kaisers gedacht werden; allein weder unter Karl IV. noch unter Wenzel IV.
begegnet in der Zahl der quellenmäßig feststellbaren Prager Hausbesitzer
ein Bogner des Kaisers Ulrich Glanast von Sulzbach, ja nicht einmal ein
Bogner Ulrich.1) Der unter den genannten Herrschern in Prag mehrmals
nachzuweisende Ulrich von Sulzbach2) war als Dechant des Collegiat-
capitels zu Aller Heiligen auf der Prager Burg natürlich mit dem Bogner
des Kaisers nicht identisch, könnte aber immerhin Beziehungen zwischen
dem Sulzbacher Bogner Ulrich Glanast, der ihm bekannt sein mochte, und
dem Kaiser vermittelt haben.
Der Umstand, daß die erste Tochter in Sulzbach selbst, die zweite
in Amberg sich verheiratete, spricht für die Seßhaftigkeit des Bogners
Ulrich Glanast in Sulzbach, da wohl die Nähe des Elternhauses für den
Versorgungsort der Töchter zunächst in Betracht zu kommen hat und letz-
terer unter gewöhnlichen Verhältnisseu einen Rückschluß auf die Lage des
ersteren gestattet. Andererseits deutet die Heirat des ersten Sohnes
mit einer Böhmin darauf, daß die Beziehungen des Vaters zum Kaiser-
hofe sehr leicht zu einem derartigen Ehebündnisse des Sohnes führen
mochten.
Von den übrigen Angaben kann jene über den ersten Mann der
Margareta Glanast und ihren Sohn aus erster Ehe kunstgeschichtlichen
Werth haben; ersterer ist als „Maister Hans Stainmecz zu amberg“
letzterer als „Connradt Stainmecz“ bezeichnet. Liegt in der Bezeichnung
„Stainmecz“ nicht bereits ein Familienname, was vielleicht im Hinblicke
auf „Glanast“, „Lobenhoffer“, „Pottenstetter“ desselben Stammbaumes
angenommen werden möchte, so sind dadurch Beziehungen der Familie
des kaiserlichen Bogners Ulrich Glanast zu Künstlern des ausgehenden
Mittelalters verbürgt. Daß der Sohn dem Berufe des Vaters folgte,
welchen man nach seiner Stellung als „Maister“ unstreitig für einen
irgend einer Kunstübung Beflissenen und nach dem Zusatze „Stainmecz“ für
1) Tomek, Základy starého místopisu Pražského. Registerband unter Ulricus.
2) Ebendas. III. S. 124, 147, 172 und 174 genannt in den Jahren 1377, 1381,
1376 und 1380.