z 148 stránek
Titel
Ia
Inhalt
I
Einleitung
1
2
3
4
Lebensverhältnisse
5
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Vewandtenkreis
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Thätigkeit und Werke
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110
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Stammtafel der Familie
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Urkundliche Nachweise
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Namens- und Sachverzeichnis
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Název:
Peter Parler von Gmünd, Dombaumeister in Prag, und seine Familie: ein Beitrag zur deutsch-österreichischen Künstlergeschichte.
Autor:
Neuwirth, Josef
Rok vydání:
1891
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
148
Počet stran předmluvy plus obsahu:
II+146
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Inhalt
- 1: Einleitung
- 5: Lebensverhältnisse
- 34: Vewandtenkreis
- 58: Thätigkeit und Werke
- 113: Stammtafel der Familie
- 114: Urkundliche Nachweise
- 143: Namens- und Sachverzeichnis
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sie successive erfolgten, wenn eine Kapelle fertig und ein neuer Altar
aufgestellt war. Wenigstens steht unbestreitbar fest, dass in der Koliner
Stadtkirche nach dem Brande noch vor dem Jahre 1378, ja sogar schon
1371 1) Weihen erfolgten. Das macht es gewiss auch fraglich, ob 1368
oder 1378 in Kolin die Hauptweihe vorgenommen wurde, und nicht
vielleicht nur ein bestimmter Theil der Anlage geweiht wurde, nämlich
jener, in welchem der in der Inschrift genannte Hochaltar2) aufgestellt
worden war. Die Gesammtweihe konnte nur nach der Vollendung des
Chorbaues geschehen, welche aus den oben erläuterten Gründen nicht vor
1385 angesetzt werden darf, und rückt somit über diesen Termin hinaus.
Ja, die Testamentstiftungen, welche verschiedene Bürger und Bür-
gerinnen in oft beträchtlicher Höhe für die Vollendung des Kirchenbaues
zwischen 1380 bis 1401 machten, 3) deuten darauf hin, dass der Bau des
Koliner Chores noch am Beginne des 15. Jahrhundertes nicht vollendet
war und Peter Parler selbst das Werk nicht fertigstellte. Die Thatsache,
dass manche Details sehr leicht zur Annahme einer jüngeren Bauzeit4)
als 1360 bis 1378 bestimmen könnten, würde sich durch die ausführlich
erörterten Gründe hinlänglich erklären. Jedenfalls bleibt gewiss, dass
Peter Parler den Koliner Chor bis 1385 nicht vollendet hatte, und spricht
vieles dafür, es könne die Vollendung des Werkes nicht ihm zuge-
rechnet werden. 5)
1) Emler, Libri confirmationum, III—IV. S. 120. Feria IV. post Letare 1371 erklären
die Stadtvertreter von Kolin, »quod Pezoldus Eylawer, pie memorie noster concivis .. .
unum altare in nostra parochia cum permissione et favore tunc temporis nostri plebani
cum suis propriis pecuniis composuit et construxit, quod in honore SS. Symonis et Jude
apostolorum extitit dedicatum«. — S. 121 wird am 23. Jänner 1380 dieser Altar bezeichnet
als »de novo fundatum«. — Borový, Libri erectionum archidioecesis Pragensis, S. 58.
Nr. 118. 20. August 1366 ist der neu errichtete Heiligengeistaltar der Koliner Pfarrkirche
bedacht.
2) Dass die Weihe des Chores und -des in demselben stehenden Hauptaltares
keineswegs zusammenfallen, lehrt sofort ein vergleichender Blick auf den Prager Dom.
Während die Weihe des Domchores erst nach vollständigem Schlusse der Wölbung 1385
erfolgte, hatte Erzbischof Johann schon 1365, also 20 Jahre früher, den Altar des heil.
Veit, der 1368 ausdrücklich als Hochaltar im neuen Domchore genannt ist, geweiht; vgl.
Chron. Benessii de Weitmil. Font. rer. Boh. IV. S. 533 und Dobner, Mon. hist.
Boh. VI. S. 88. — Ebenso hatte vor 1320 der Mainzer Erzbischof Peter in Königsaal zwei
Altäre »cum choro et ecclesia« geweiht und erfolgte doch 1329 eine feierliche Grundstein-
legung zum Ausbaue der Klosterkirche; vgl. Chron. Aulae Regiae, Font. rer. Boh.
IV. S. 255 und 293.
3) Vávra, Dějiny královského města Kolína nad Labem. Kolin, 1888, 2 Bände.
I. S. 44.
4)
Grueber, Peter von Gmünd. S. 73.
5) Vávra, Dějiny král. města Kolína I. S. 44. weist in Kolin 1388 einen Steinmetzen
Michael, 1398 einen Steinmetzen Myrklaus nach und ist geneigt, ersteren mit dem Schwieger-
sohne Peter Parlers in Beziehung zu bringen; inwieweit die Genannten an der selbst-
ständigen Weiterführung des Baues Antheil haben, lässt sich nicht näher bestimmen.