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Titel
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Název:
Neue Forschungen über den Liber Cancellariae Apostolicae
Autor:
Tangl, Michael
Rok vydání:
1922
Místo vydání:
Hannover, Leipzig
Počet stran celkem:
29
Obsah:
- I: Titel
- 551: Liber Cancellariae Apostolicae
Strana 564
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M. Tangl.
unbeantwortet, welcher Erkenntniswert für das päpstliche
Urkundenwesen diesen beiden rätselhaften Hss. sonst noch
zukam. Hatte doch Bresslau die in der Tat naheliegende
Vermutung aufgestellt, dass in ihnen eine noch unbekannte
Ueberlieferung des Kanzleibuchs des 13. Jh. vorliege 1.
Nach dieser Richtung konnte ich schon in den 'Zu-
sätzen und Berichtigungen' zu meiner Ausgabe (S. 429) ent-
scheidend weiter führen, da ich durch die gütige Beihilfe
der Herren Prof. Kaltenbrunner und Dr. Teige zur Kenntnis
dreier Ueberlieferungen aus dem 14. Jh. gelangt war, von
denen die eine, die Hs. der Bibliotheca Chigi in Rom
E. v. 137 sich an den Text der Hs. der Marciana in Venedig
anschloss, während die beiden Vatikanischen Hss. 3975 und
3976 sich so enge mit Pitras Text berührten, dass an der
Zusammengehörigkeit dieser Gruppe und der Gleichartigkeit
ihres Inhalts kein Zweifel bestehen konnte. Da nun die
beiden Vatikanischen Hss. Ueberlieferungen der Formular-
Sammlung des Marinus von Ebulo darstellten2, mussten
auch Pitras Vorlagen bei dieser Ueberlieferungsgruppe zu
suchen sein. Teige meinte sogar, Pitras Vorlage in diesen
beiden Hss. bereits festgestellt zu haben8; ich aber wider-
sprach und habe Recht behalten.
Denn in einer aus dem Ausgang des 13. Jh. stammenden
Hs. des Marinus von Ebulo im Vatikanischen Archiv, auf
die mich der Sekretär des österreichischen historischen
Instituts in Rom Dr. Pogatscher, dieser beste Kenner des
Vatikanischen Archivs, hingewiesen hatte, fand sich unter
der Signatur: Vatikan. Archiv Arm. XXXI, tom. 72 auf
fol. 291 als n. 3039 und 3040 die Verordnung Nikolaus’ III.
mit allen bezeichnenden Eigenheiten des Pitra'schen Textes 4.
"Tirè des Mss. Vatican. 3039 f. 291 et 3040', eine ärgere
Entstellung eines Zitats ist mir noch nicht begegnet!
Die acht mir nunmehr bekannten Hss. lassen sich
scharf in drei Klassen scheiden. Der von der Kanzlei
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1) Urkundenlehre, 1. Aufl., S. 638 A. 2.
2) Vgl. über diese
Sammlung im allgemeinen Bresslau, UL. 2. Aufl. 1, 264 f. Marinus von
Ebulo war 1244— 1251 Vizekanzler Innocenz' IV. 3) Teige, Beiträge
zur Gesch. der Audientia litterarum contradictarum S. 17.
4) Diese
Hs. ist die umfangreichste der riesigen Sammlung, deren Umfang Hampe,
N. Arch. 23, 618 ff. aus der Pariser Hs. des 17. Jhs. Coll. Moreau
n. 1284 auf 2700 feststellte, während unsere Hs. darüber noch um mehr
als 300 Nummern hinausragt. In Pertz, Arch. 5, 448 und 12, 242. 256.
408. 425 waren von Marinus-Hss. angeführt: Vat. lat. 3975. 3976.
6361—6368. Arch. von St. Peter 117. C. Bibl. Vallicell. N. 38.