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Titel
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Vorwort
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Einleitung
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Editionseinleitung
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Edition
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Název:
Das Buch der Prager Malerzeche (Kniha bratrstva malířského v Praze) 1348-1527 ; vollständiger Text nebst einem kritischen Commentar
Autor:
Patera, Adolf; Tadra, Ferdinand
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
98
Počet stran předmluvy plus obsahu:
I+97
Obsah:
- I: Titel
- 1: Vorwort
- 3: Einleitung
- 53: Editionseinleitung
- 61: Edition
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würdig ist seine Beweisführung. Er behauptet: Die Prager Maler-
zeche steht und entwickelt sich immer "unter Einfluss jener Ent-
wickelung des Zunftwesens, welche sich damals allgemein in den
deutschen Städten vollzog“. Abgesehen nun davon, dass es über
jede Logik hinausgeht, die grosse, reiche Kaiserstadt Prag, den Sitz
der Universität u. s. w. in Allem und Jedem von kleineren Krämer-
städten abhängig darzustellen, dürfen seine Beweise den Anspruch
auf absolute Richtigkeit schon darum nicht erheben, weil die von
ihm citirten Aufzeichnungen sämmtlich jüngern Datums sind als jene
der Prager Malerzeche. Diese zählte seit ihrer Gründung 1348
Maler, Schilder, dann Bildschnitzer etc. zu ihren Mitgliedern, und
Prof. Woltmann behauptet, "dies entspreche vollkommen dem Brauch
in deutschen Städten“, kann uns aber urkundliche Belege dafür erst
aus den Jahren 1438—1456 bieten. Das Statut der Prager Maler-
zeche vom J. 1454 enthält eine Bestimmung über das vorzuweisende
Meisterstück; diesem hält Woltmann die Strassburger Meisterstück-
ordnung vom J. 1516 entgegen, welche aber beweist, dass die Pra-
ger Zeche sich viel freier entwickelte als die Strassburger, da in
Prag im J. 1454 aufgezeichnet wird, dass der Maler „ein
ellenlanges Stück gut gemalt“ vorzulegen habe, wobei ihm also in
Bezug auf den Gegenstand der künstlerischen Darstellung die volle
Wahlfreiheit gestattet, während in Strassburg (und wohl auch ander-
wärts) 1516 der Gegenstand des Meisterstückes vorgeschrieben und
strenge begrenzt war. Und doch soll die Prager Malerzeche immer
von den deutschen Malerzechen abhängig gewesen sein! Mit nichten!
Denn es fehlte der Prager Malerzeche — und schwerlich zu ihrem
Nachtheile — jene, alles individuelle Wollen bannende Starrheit,
die wir an der Verfassung der deutschen Malergilden wahrnehmen.
Ja, die Geschichte ist nicht immer geneigt, gewissen Lieblingsvor-
urtheilen Rechnung zu tragen!!!
Anmerkung. Wir machen noch auf Nachstehendes aufmerksam.
Im Prager Stadtarchiv (Buch 994 Blatt 156—163) ist eine (böhmische) Be-
stätigung und zugleich Aufzählung der giltigen Statuten der seit 1348 be-
stehenden Malerbruderschaft eingetragen, aus welcher hervorgeht, dass neben
der Altstädter Bruderschaft, zu welcher auch die auf der Kleinseite ansässigen
Meister gehörten, auf der Neustadt (1598) eine eigene Malergenossenschaft
bestand. Die betreffende Bestätigung ist unter folgendem Titel eingetragen:
„Pořádek umění malířského a krumplířského a sklenářského řemesla“ und
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