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Titel
I
Die Briefe
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Einleitung
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Chronologisches Verzeischniss
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Tabelle zur Übersicht
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Název:
Die Briefe des Aeneas Sylvius vor seiner Erhebung auf den päpstlichen Stuhl, chronologisch geordnete und durch Einfügung von 46 bisher ungedruckten vermehrt, als Vorarbeit zu einer künftigen Ausgabe dieser Briefe
Autor:
Voigt, Georg
Rok vydání:
1856
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
105
Obsah:
- I: Titel
- 321: Die Briefe
- 323: Einleitung
- 336: Chronologisches Verzeischniss
- 423: Tabelle zur Übersicht
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eines gewissen Weneeslai de rowne, der sich an einer andern Stelle auch de
Crumlow nennt, auſbewahrt. Da sich derselbe auch Protonotar der Herren von
Rosenberg nennt, so ist es ohne Zweifel ein Freund des Aeneas, der an ihn i. J.
1453 einen freundschaftlichen Brief richtete (epist. 158 edit. Basil.). Dass er
aber auch jener Briefcopist sei, ist sehr unwahrscheinlich, denn im Codex selbst
findet sich die Jahreszahl 1474 als die der Abfassung. Mehr Wahrscheinlichkeit
hat ein gewisser Wenceslaus de Buchau oder de Bochow für sich, von dem sich
ein lebhaft und gut geschriebener Brief unter denen des Aeneas Sylvius findet
(epist. 124 edit. Basil.). Er war dessen Mitsecretär (vergl. Chmel, Regesten
Nro. 1945) und setzte den Briefen des Freundes bei guter Gelegenheit auch
wohl seinen eigenen Namen vor. (Vgl. unten des Aeneas Sylvius epist. ad Joh.
Gers von c. 22. Sept. 1444.)
Erst in späterer Zeit, seitdem Aeneas an vornehme Personen und über
wichtige Angelegenheiten des Staates oder der Kirche schrieb, entwarf er die
Briefe erst in einem Conceptenbuch, feilte sie sorgfultig und behielt diese Ent-
würfe zurück. So entstand das Autographon der Wiener Hofbibliothek, so die
Cardinalbriefe, die nach einem solchen Codex gedruekt zu sein scheinen. Als
Aeneas den Episcopat erreichte, waren auch seine Briefe aus dem Laienstande
bereits so sehr verbreitet, dass er an eine Unterdrückung derjenigen, die durch
ihren erotischen und leichtfertigen Inhalt anstossen konnten, nicht mehr denken
durfte. Gerade sie wurden am meisten gelesen und abgescbrieben. Ein grosser
Theil der Codices, die in Deutschland entstanden, enthält nur Briefe aus jener
früheren Zeit und war längst fertig, als Pius den päpstlichen Stuhl bestieg.
Schon im Jahre 1433 besass der Cardinal-Erzbischof Shignew von Krakau ein
Volumen jener Briefe, welches er sehr werth hielt (A. S. epist. 402 edit. Basil.
pag. 935). Als Pius II. starb, waren seine Briefe jedes Alters auch schon in
Italien bekannt genug. Jener Gobellinus, der die Commentarien des Papstes her-
ansgab, erwähnt der Briefe schon als einer buchartigen Masse (edit. Francof.,
1614, pag. 191, 343) und Goro Lolli, des Aeneas naher Verwandter und Jugend-
freund zählt sie gleichfalls unter den literarischen Arbeiten auf: Epistolae spar-
sim ad cujusque nationis viros doctos scriptae et vicissim receptae inveniuntur
(sein Brief unter denen des Cardinalis Papiensis bei der erwähnten Ausgabe der
Commentarien des Gobellinus epist. 47). Dennoch sind die Laienbriefe offen-
bar erst von Deutschland aus nach Italien hinübergewandert und die italieni-
schen Codices stehen, soweit ein Urtheil darüber möglich ist, an Werth weit
unter den deutschen. So findet sich beispielsweise in dem, was Beda Dudik
(Iter Romanum I passim) aus römischen Codices von Werken des Aeneas Syl-
vins verzeichnet hat, durchaus Nichts, was nicht längst durch den Druck
bekannt gewesen wäre, es müsste denn der Schluss jener von Gobellinus bear-
beiteten Commentarien des Papstes sein.
Die von mir verglichenen Codices bezeichne ich des kürzeren Citirens
wegen und der Sitte nach mit A, R, C etc. Unbedeutende, aus denen nichts
gewonnen wurde, sind ganz ausgelassen.
Cod. A: Cod. mse. chartac. 4°, der öffentlichen Bibliothek zu Bamberg,
wie es seheint aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, enthält 12 Briefe des
Aeneas Sylvius, die sich nicht alle in den Editionen finden.