z 180 stránek
Titel
I
II
III
IV
Vorwort
V
VI
Inhaltsverzeichnis
VII
VIII
Einleitung
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Anhang
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Register
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Název:
Der Widerstand Breslaus gegen Georg von Podiebrad
Autor:
Koebner, Richard
Rok vydání:
1916
Místo vydání:
Breslau
Počet stran celkem:
180
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- VII: Inhaltsverzeichnis
- 1: Einleitung
- 146: Anhang
- 171: Register
Strana 102
102
Breslauer Ruhmn und Bürde.
dann Kitzing zur Audienz bei dem Heiligen Vater vorgelassen; er brachte noch¬
mals alle belastenden Dokumente gegen Georg vor: wie er sich den Utraquisten
verpflichtet habe, wie er die Entrechtnng der trenen Katholifen in der Stadt
und an der Universität Prag gutheiße, wie er die Verkünder des wahren Glaubens
verfolge und die Güter des Klerus beraube. Dem Breslauer Domherrn wurde
die Ehre zuteil, daß Pius ihn über alle diese Dinge ein schriftliches Memo-
randum aufsetzen ließ. Kitzing versäumte uicht, darauf hinzuweisen, daß es
nur das Verdienst der Breslauer sei, wenn Georg noch uicht gewagt habe,
anch in Schlesien das Kirchengut zu brandschatzen, und daß alle die Antlagen,
die er heute vorbringe, schon mit dem gleichen guten Grunde vor Jahren von
den Breslauern erhoben worden seien 1). Dieser Ruhm, die Böhmen vor allen
andern richtig erkannt zu haben, wurde der Bürgerschaft allseitig mit Eifer
zugestauden. Der Kardinal von St. Peter, der große Nikolaus von Cusa,
den uichts so erfreuen konnte wie die treue Hingabe an die Einheit der Kirche,
gab dem Breslauer Rate persönlich kund, weschen tiefen Eindruck er durch die
Eröffnungen Kitzings von der Treue und Seelenstärke der Stadt empjangen
habe2). Und selbst der kaiserliche Gesandte, der die Böhmen nach Rom begleitete
und ihr Gesuch mit seiner Fürsprache unterstützte, fand es für nötig, bei dem
Prokurator die Erlasse, durch die Kaiser Friedrich die Breslauer vor drei
Jahren hatte zur Unterwerfung zwingen wollen, nachträglich zu eutschuldigen,
uud versicherte ihm, daß er die Stadt bei seinem Herru und allen Fürsten
aufs beste empfehlen werde5). — Aber die reiche Genugtunng machte der
Stadt die päpstliche Politik nicht schmackhafter. Pius übersandte ihr jene
Dokumente, ans denen Georgs Untreue gegen den päpstlichen Stuhl hervor-
ging 4). Sie sollte sie in den Ländern des Königs bekanut geben: Pius hoffte
dadurch bei katholischen Untertanen der Krone einen Uuwillen gegen Georg
wachzurufen und ihn so zur Umkehr geneigter zu machen. Die Breslauer
aber kannten ihre Landsleute zu gut, ii zu erwarten, daß diese eine lebhafte
Empörung gegen den König kund tun würden. Jn ihrer eigenen Angelegenheit
erfuhren sie trotz des Trostes, den der Prokurator bei der Übermittlung ihrer
Bekümmeruisse empfing, uicht die Förderung, die sie sich erwünschten. Pius
ernenerte lediglich die Vollmacht an Hieronymus von Kreta, in der Huldigungs-
Frage uach Belieben zu verfahren 5); es war aber, wie der Erzbischof später
verriet, immer noch sein Wunsch, daß über die Verlängerung der Frist
1) Vgl. das Memorandum bei Jordan, S. 389 ff., zumal S. 392 und den Bericht
Kitzings an die Stadt vom 6. April. (Korr. 81, Script. rer. Siles. VIII, 89.) 2) Korr. 84,
4) Korr. 86 a. a. O. Vgl. Markgrafs
3) Korr. 86, S. 93.
S. 91 (15. April).
5) Korr. 83 A, S. 90.
Bemertung, Script. rer. Siles. VIII, 8.