z 180 stránek
Titel
I
II
III
IV
Vorwort
V
VI
Inhaltsverzeichnis
VII
VIII
Einleitung
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Anhang
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Register
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- s. 21: … Nikolans Tempelfeld, ist jedoch zugleich Stadt und Domgeistlicher, Prediger zu St. Elisabeth und Kantor am Dome. — Tempelfeld und die Seinen vertraten…
- s. 71: … Disputationen hat einer der Prediger, Bartholomäus, der wie Tempelfeld bei St. Elisabeth amtierte, eine kleine Schrift verfaßt, in der dieses Bewußtsein von…
Název:
Der Widerstand Breslaus gegen Georg von Podiebrad
Autor:
Koebner, Richard
Rok vydání:
1916
Místo vydání:
Breslau
Počet stran celkem:
180
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- VII: Inhaltsverzeichnis
- 1: Einleitung
- 146: Anhang
- 171: Register
Strana 71
Die Streitschrift des Predigers Bartholomäus.
71
den Legaten weitlänftige Disputationen 1). Sie erkannten deutlich, daß nicht
uur eine feindliche politische Absicht, sondern auch eine fremde geistige Art
gegen sie focht, und diese Erkenntnis verschärfte ihren Widerspruch. Im Zu-
sammenhange mit jenen Disputationen hat einer der Prediger, Bartholomäus,
der wie Tempelfeld bei St. Elisabeth amtierte, eine kleine Schrift verfaßt, in
der dieses Bewußtsein von der tief inneren Verschiedenheit der kämpfenden
Gesinnungen hervortritt2). In dem schwülstigen Tone umdüsterter Ahnung,
mit dem die Breslauer Eiserer vornehmlich zu wirken strebten, wird hier ver-
fündet, jetzt seien die jüngsten Tage gekommen, von denen die Schrift sage,
die Zeiten, da die Angen der Weisesten verdunkelt werden. Und das sei dabei
die eigentliche Finsternis, daß der Mensch seinen eigenen Verstand über die
Lehren der heiligen Väter setze. In diesem Irrtum befänden sich alle, die
Podiebrad huldigten oder die Huldigung an ihn guthießen. — Das ist ein
böser Seitenblick anf die Legaten. Noch deutlicher wird die ungeistliche Ge-
sinnung ihrer Darlegungen gebrandmarkt, wenn Bartholomäus später erklärt,
er wundere sich, wie „einige“ jenen verruchten König einen Stifter des Friedens
nennen tönnten; denn das Zeichen des wahren Friedens sei die Einigkeit, und
Georgs Werk sei es gerade, die Uneinigkeit im Glauben zu fördern. Bartho
somäns schließt mit einer scharfen Anklage gegen den Erzbischof von Kreta.
In den Sätzen des verehrungswürdigen Vaters sei zwar viel die Rede von
Nutz und Schaden des Staates, aber wenig von Heil und Verlust der Seelen;
die Stärke der Breslaner in Glauben werde nicht gewürdigt, Podiebrads
Ketzerei nicht erfaßt; die Legaten hätten parteilich gesprochen, und darum tue
Wachsamfeit not. — Der Protest der Prediger schlug so in den Ton der
offenen Aufreizung um. Nicht uur in schriftlicher und mündlicher Entgegnung,
auch auf den Kanzeln vor dem Volke ergingen sie sich in verdächtigenden An-
klagen. Das Volk stimmte ihnen völlig bei. Dem, was die Legaten verlangten,
verschloß sich das Rechtsgefühl der Breslauer von vornherein, und die gewandte
und glatte Redeweise der Fremdlinge nahmen sie in ihrer kleinbürgerlichen
Schen uur mit Mißtrauen auf. Es hieß bald, man solle den Legaten nicht
trauen; Georg habe sie bestochen; sie seien Wälsche, und die seien selten gute
Christen. Die Stimmung der enttänschten Bürger gewann schon nach kurzem
ein so bedrohliches Aussehen, daß die Legaten ernstlich verlangten, der Rat
solle die Hanptschreier unter den Predigern und vor allem Bartholomäus ins
Gefängnis setzen 1).
Der Rat konnte dieser Forderung nicht Folge leisten; aber er war jetzt in
1) Esch. D I, 126. 2) Beilage 5. 3) Esch. L 71, D I, 125/127.