z 180 stránek
Titel
I
II
III
IV
Vorwort
V
VI
Inhaltsverzeichnis
VII
VIII
Einleitung
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Anhang
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Register
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Název:
Der Widerstand Breslaus gegen Georg von Podiebrad
Autor:
Koebner, Richard
Rok vydání:
1916
Místo vydání:
Breslau
Počet stran celkem:
180
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- VII: Inhaltsverzeichnis
- 1: Einleitung
- 146: Anhang
- 171: Register
Strana 151
Unglaubhaftigkeit seiner Erzählung von der Entstehung der Gesandtschaft. 151
überraschendes und wichtiges Moment in den Zusammenhang der Dinge. Die
Breslauer sollen selbst um die Gesandten gebeten und sie dann unverrichteter
Sache heimgeschickt haben. Ist diese Darsteslung richtig, so hat sich die Stadt
hier durch den Bruch eines Versprechens an ihren König offen ins schwerste
Unrecht gesetzt. Das Gewicht dieses Treubruchs wird verstärkt, wenn wir be-
denken, daß er bereits der zweite innerhalb weniger Monate ist; schon im Februar
hat die Stadt eine bindende Zusage nicht innegehalten. Allerdings weiß Eschen-
loer nichts von diesem ersten Vertragsbruch.
Wir sind nun vor allem darum berechtigt, die Mitteilung, daß die Stadt
um die Entsendung der böhmischen Herren selbst gebeten habe, in Zweifel zu
ziehen, weil diese Mitteilung sich mit unserem Hauptzeugnis, der Deukschrift vom
7. Mai, zunächst uicht ins Einvernehmen bringen läßt.
Die Denkschrift weiß uichts davon, daß die Stadt an der gegenwärtigen
peinlichen Situation, in der sie den Gesandten gegenüber steht, unmittelbar selbst
Schuld trägt. Man muß aus ihrem Wortlaut den Schluß ziehen, daß die An-
regung zur Entseudung der Herren beim Prager Hofe gelegen hat. Ein so
wichtiges Moment, wie es die Bitte der Stadt um die Legation wäre, kann un-
möglich uur durch ein Versehen unerwähnt geblieben sein. Wir bemerkten ja,
daß die Erklärung es sich zur Aufgabe setzt, die Hauptmomente der bisherigen
Verhandlungen berichtend zusammen zu fassen. Zudem ist es merkwürdig, daß
sich die Stadt gar uicht dafür entschuldigt, daß sie den König und seine Gesandten
umsonst bemüht hat. Sie scheint die Schuld, die sie hauptsächlich belastet, gerade
zu ableugnen zu wollen. — Aber die Ableugnung schafft gerade in dieser Form
die Tatsache nicht aus der West; sie kann die Lage der Breslaner uur verschlimmern.
Den Breslanern war, wie wir hier in Erinnerung bringen, in höchsten Grade
daran gesegen, sich die Freundschaft ihres angestamnten Königs zu erhalten. Ihr
Verhältuis zu ihm mußte schon durch die Verweigerung der Huldigung ungünstig
beeinflußt werden; warum sollten sie uoch die verwegene Ableugnung hinzufügen?
Ein so knabenhaft freches Verhalten werden wir ihnen nicht zutrauen, sondern
lieber annehmen, daß die Darstellung Eschenloers — nicht richtig ist. Aber wir
können uns andrerseits doch uicht dazu entschließen, sie völlig zu verwerfen.
Wir fragen, wie sich an einer so wichtigen Stelle ein so schwerer Irrtum
einschleichen konnte. Eschensoer gab wieder, was er in Breslan von den Er-
eignissen des Jahres 1454 erfahren hatte, und er schrieb 6—9 Jahre nach den
Ereignissen1); unter diesen Umständen konnte sich ihm das Bild der Vorgänge
gewiß leicht entstellen. Aber daß es sich ins Gegenteil verkehren und dabei zu
ungunsten der Stadt entstellen konnte, das ist doch schwer zu glauben. Die Ab-
fertigung, die man den Gesandten zu teil werden ließ, war für die Ratsherren,
bei denen Eschenloer als Stadtschreiber seine Kenntnisse einzog, in jedem Falle
eine peinliche Notwendigkeit. Wenn die Stadt daran unschuldig war, daß die
Gesandten nach Breslau kamen, so haben die Ratsherren gewiß immer auf ihre
Unschuld Wert gelegt. Es war gewiß uicht in ihrem Interesse, daß man ihnen
1) 1460—1463; vgl. Markgraf, Script. rer. Siles. VIII, S. XII, XIV—XV.