z 180 stránek
Titel
I
II
III
IV
Vorwort
V
VI
Inhaltsverzeichnis
VII
VIII
Einleitung
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Anhang
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Register
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Název:
Der Widerstand Breslaus gegen Georg von Podiebrad
Autor:
Koebner, Richard
Rok vydání:
1916
Místo vydání:
Breslau
Počet stran celkem:
180
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- VII: Inhaltsverzeichnis
- 1: Einleitung
- 146: Anhang
- 171: Register
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Die natürliche Ungunst in der Lage der Angreifer.
gehörte ja im weiten Unkreise den Bundesgenossen des Königs, den schlesischen
Fürsten und Adligen. Auch jetzt waren diese natürlich wenig geneigt, ihr
eigenes Gebiet mit kriegerischen Lasten zu beschweren. Nur in kleinen Ab-
teilungen, auf Höse und Städte verteilt, kounten die böhmischen und schlesischen
Streitkräfte die Stadt und ihre Verbindungen beobachten. Es war schwer,
diese Trupps zu größeren Massen zu vereinigen, und wenn dies einmal gelang,
wie bei dem Angriff auf das Vinzenzkloster, so konnte doch das Heer uur
wenige Tage im Felde zusammenbleiben. In gewisser Weise kam also der
Stadt ihre eingeengte Lage militärisch zugute: sie hatte ringsum soviel Feinde
und so wenig eigenes Vorgelände, daß der Feind keinen Boden fand. Nach
dem Kampf am Kloster lernte auch der Rat, sich die Nachbarschaft der Feinde
zunutze zu machen. Die Breslauer Söldner fielen plündernd in das Gebiet
der Ölser Herzöge ein; diese baten alsbald um einen langen Stillstand und
erhielten ihn 1). Dadurch wurde das Oderufer mit den geistlichen Vorstädten
aus dem Kampje gezogen, und die Stadt gewann vor allem anch wieder freien
Weg für ihre Zufuhren aus dem Königreich Polen. Die Kampfzone blieb
von nun an wieder auf die Gegenden beschränkt, in denen sie vor der Kriegs:
erklärung der Schlesier gelegen hatte: auf den nordwestlichen und den süd-
lichen Landstrich des Fürstentums. Im Nordwesten hatte der Auszug nach
Lissa vom 8. September trotz der „wunderbaren Rettung“ des Volkes einen
Fehlschlag bedeutet: es war nicht gelungen, den Platz zu erreichen und zu
sichern oder wenigstens abzubrennen. Das Schloß wurde bald darauf von
seinem Besitzer den Feinden ausgeliefert, und im Laufe des Herbstes bildete
sich in dieser Gegend durch den Anschluß der Höfe Gohlau und Goldschmieden
ein zusammenhängendes Netz gegnerischer Ranbnester und Stützpuntte.
Im Süden des Fürstentums, in der Richtung auf Münsterberg, blieben da-
gegen die feindlichen Besatzungen in zerstreuter Lage, und so konnten die
Breslauer Hofeleute und Bürger gelegentlich einmal einen raschen und erfolg
reichen Handstreich gegen das besonders lästige Bohrau2) ausführen (15. Oktober).
Während die Bürgertruppen sich früher bei ähnlichen Anszügen aus Mistrauen
gegen ihre Führung leicht aufgesöst hatten, hielten sie diesmal bis zum Erfolg
aus: der Rat rettete nämlich die Disziplin, indem er für die besten Sturm-
leistungen abgestufte Preise aussetzte.
Bei einem solchen vereinzelten Vorstoß muste es freilich sein Bewenden
haben. Obwohl die Stadt wie bei diesem Angriff so bei jedem Vorstoß auj
der Südseite des Fürstentums leicht die Oberhand gewinnen kounte, war es
1) L 58, 60 f., Korr. 30 (Script. rer. Siles. VIII, 35 f.). 2) Kreis Strehlen.