z 180 stránek
Titel
I
II
III
IV
Vorwort
V
VI
Inhaltsverzeichnis
VII
VIII
Einleitung
1
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Anhang
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Register
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Název:
Der Widerstand Breslaus gegen Georg von Podiebrad
Autor:
Koebner, Richard
Rok vydání:
1916
Místo vydání:
Breslau
Počet stran celkem:
180
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- VII: Inhaltsverzeichnis
- 1: Einleitung
- 146: Anhang
- 171: Register
Strana 37
Allgemeine stille Feindschaft gegen Podiebrad.
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Der Rat bewies, daß er über das bestehende und zukünftige Verhältnis
zu dem böhmischen Gubernator im Grunde mit den Predigern einer Meinung
war — trotz aller Unterschiede in den treibenden Beweggründen und in dem
politischen Vorgehen. Die sachlichen Gegensätze, die zwischen der böhmischen
Nation und den Breslanern bestanden, waren in der Huldigungsfrage mit
zweifelloser Deutlichkeit an den Tag getreten; der Verlauf des Konflikts und
das Breslaner Hoflager hatten noch persönlichen Groll hinzugefügt. Die
freundliche Miene, die Podiebrad bei den Verhandlungen um den Tribut ge-
zeigt hatte, erweckte kein Vertrauen; man erfuhr bald, daß das erpreßte Geld
großenteils ihm selbst zugute kam 1). Vor allem aber bedeutete die persönliche
Macht, die er sich erworben hatte, gerade für die Stadt Breslan eine Gefahr.
Er hatte im Mai 1454 das Herzogtum Münsterberg und die Grafschaft Glatz,
die seit langem der Krone heimgefallen waren, in Pfandbesitz erhalten. Weiter-
hin schien er sich der Stadt Liegnitz bemächtigen zu wollen. Die politische
Zugehörigkeit dieser Stadt war rechtlich noch ungeklärt. Die böhmische Re
gierung hatte sich zwar gehütet, gegen die Herzogin-Regentin selbst einzuschreiten,
hatte andererseits aber anch uicht anf Liegnitz verzichtet. Während des Hoj--
lagers in Breslau war zudem die Stadt vor Gericht gezogen und der
Empörung schuldig gesprochen worden. Podiebrad drohte in den folgenden
Jahren beständig, sie gewaltsam zu züchtigen. Es lag nahe zu glauben, daß
er hierbei in seinem eigenen Interesse vorgehen wollte. Schon der böhmische
Statthalter, den die Liegnitzer im Juni 1454 verjagt hatten, war sein Vetter
gewesen. So lag Podiebrads Machtgebiet schon an den Grenzen des Fürsten
tums Breslau und schien es umfassen zu wollen.
Der Breslaner Rat wußte sich gegen Podiebrad in geheimem Kriegs,
zustande. Er tat keine Schritte, dieses Verhältnis in eine offene Fehde zu
verwandeln; er sah weder eine Gelegenheit hierfür, noch fand er überhaupt
Lust am Kriege. Er machte aber seinem gepreßten Haß in kleinen Unfreundlich¬
keiten Luft; wo sich die Gelegenheit bot, dem Nachbar zu begegnen, gab er
der Neigung nach, ihm ein böses Gesicht zu zeigen. Eschenloer, der eben um
diese Zeit in den Dienst der Stadt Breslan trat, erzählt drei Fälle dieser
Art. Als Podiebrad seine Herrschaft Glatz besuchte, versagten ihm die Breslauer
den nachbarlichen Ehrenbesuch, den ihn die anderen Schlesier abstatteten. Einen
Münzvertrag, den die Stadt mit ihm in Breslau geschlossen hatte, hielt sie
nicht inne; sie brachte die Münze in Verruf. Noch vor wenigen Jahren hatten
die Breslaner ihm Söldner geschickt, damit er Friedensstörer besser bezwingen
1) Markgraf, Verhältnis usw. I, 24, Anm.