z 180 stránek
Titel
I
II
III
IV
Vorwort
V
VI
Inhaltsverzeichnis
VII
VIII
Einleitung
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
127
128
129
130
131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
141
142
143
144
145
Anhang
146
147
148
149
150
151
152
153
154
155
156
157
158
159
160
161
162
163
164
165
166
167
168
169
170
Register
171
172
- s. 159: … haben wir hier an Büchers Feststellungen über die Bevölkerung von Frankfurt am Main anzuknüpfen2). In Frankfurt am Main mußten im Jahre 1440 sämtsiche…
- s. 159: … Feststellungen über die Bevölkerung von Frankfurt am Main anzuknüpfen2). In Frankfurt am Main mußten im Jahre 1440 sämtsiche selbständigen männlichen Personen und ihre…
- s. 161: … 720 bis 800 anzusetzen. Die Zahl der wehrpflichtigen Bevölkerung von Frankfurt am Main im Jahre 1440 — und das heißt: die Mindestzahl der…
- s. 162: … Breslaus gibt unsere Schätzung keine festen Anhaltspunkte. Die Bevölkernng von Frankfurt am Main zählte im Jahre 1440 nach Büchers Berechnnngen 8000—9000 Köpfe. Das…
Název:
Der Widerstand Breslaus gegen Georg von Podiebrad
Autor:
Koebner, Richard
Rok vydání:
1916
Místo vydání:
Breslau
Počet stran celkem:
180
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- VII: Inhaltsverzeichnis
- 1: Einleitung
- 146: Anhang
- 171: Register
Strana 162
162
Das Aufgebot von 1467.
jahr 1467, dem Jahre der Katastrophe, ist die Stadt Breslau gewiß nicht weniger
bevölkert gewesen als drei Jahre später 1).
Die Zahl der Wehrpflichtigen ist nicht die der Wehrfähigen. Sie schließt
Greise und Halbwüchsige, Kranke und Gebrechliche mit in sich. Aber man greijt
kaum zu hoch, wenn man annimmt, daß in einem so ernsten Falle, wie ihn die
Entsetzung der in Frankenstein Eingeschlossenen darstellte, wohl die Hälfte aller
Wehrpflichtigen aufgeboten werden konnte. Das bedeutet: weun die Breslaner
Bürgerschaft sich kriegerisch bewährt hätte, so hätte sie wohl 1300—1400 Mann
zum Heere Balthasars stellen können. Das ist für die damaligen Verhältnisse
gewiß eine beträchtliche Heeresverstärkung.
Wir kommen damit auf die oben S. 130 ausgesprochene Beurteilung: jedem
zünftigen Handwerker oder Kaufmann in Breslau hätte ein Wehrmann entsprechen
können; mit den 400 Mann Skoppes ist noch nicht ein Drittel der überhaupt
verfügbaren Streitkräfte ausgezogen. Bei Skoppes Eroberungsfeldzug, der uicht
in wenigen Tagen abzuwickeln war, konute freilich nur ein Teil des Gesaut
aufgebots mitwirken. Ob 400 Mann hier wenig oder eine ausreichende Meuge
bedeuten, muß dahingestellt bleiben2).
Für die Beurteilung der allgemeinen Bevölkernugsverhältuisse Breslaus gibt
unsere Schätzung keine festen Anhaltspunkte. Die Bevölkernng von Frankfurt am
Main zählte im Jahre 1440 nach Büchers Berechnnngen 8000—9000 Köpfe.
Das ist also die Mindestzahl für Breslau. Für eine Abgrenzung der Höchstzahl
steht uns die Bemerkung Eschenloers zu Gebote, daß Breslau kleiner ist als
Nürnberg 3). Nürnberg aber hatte um die Mitte des 15. Jahrhunderts gegen
20000 Einwohner. Da der Unterschied Breslaus gegen Nürnberg auffällig ge-
wesen sein muß, darf man für die Bevölkerung Breslaus etwa 15000 Seelen
als Höchstgrenze ausetzen.
1) Die beiden winzigen Zechen der Barbiere und der Schönfärber sind erst 1468, also
nach dem Frankensteiner Feldzug begründet worden (Klose, Script. rer. Siles. III, 116 = Liber
magnus I, Bl. 59). Aber dieser Umstand besagt nichts über die Zahl der Gewerbetätigen
in diesen Berufen vor der Gründung und kann die Benutzung der Zuuftliste von 1470 für
die Kenntnis der Verhältnisse von 1467 nicht beeinflussen. 3) Nürnberg stellte beim Treffen
bei Pillenrent (10. März 1450) nach einem zuvertässigen Bericht 2400 Maun von dem „ge-
meinen Volk aus der Stadt“ allein zum Fußvolk des Feldheeres — (Chron. d. deutschen
Städte, Nürnberg, II, 486). Das ist etwa 1/3 der damaligen wehrpflichtigen Eiuwohner
(3700 Bürger + 1400 Bürgerknechte + 2900 Bauern und Bauernknechte). Die Auf-
gaben waren jedoch beim Feldzuge Breslaus zu eigentümlich, als daß ein Vergleich mit den
Leistungen anderer Städte zu einem zwingenden Ergebnis führen könute. Für Breslau selbst
ist uns aus dieser Zeit noch eine weitere Zahlenangabe über eine Truppenmacht erhalten;
zum Kreuzzuge gegen die Türken unter Ladislaus sind aus Breslau nach Eschenloer 800 Mann
ausgezogen (Esch. D I, 28). Aber es scheint ir nicht gewiß, daß diese 800 sämtlich aus
Breslau staminten; vielleicht war die Stadt ein Sammelpunkt für schlesische Kreuzfahrer überhaupt.
3) Esch. L 1: licet maior te me genuerit urbs. Diese Bemerkung bedentet wohl einen wesent-
lichen Beweisgrund gegen die auch von Nuglisch (Zeitschr. f. Soz.-Wiss. VIII, 440) angefochtene
Berechnungsweise Eulenburgs (Drei Jahrhunderte usw., S. 263), die auf eine Mindeststärke
von 18 500 Einwohnern führt. — Beiläufig erinnern wir auch hier an die oft angeführte Mit
teilung Kloses (Von Breslau II, 2, 416), nach der Breslau in Jahre 1403 2510 Bürger hatte.