z 140 stránek
Titel
1
2
3
4
5
6
Inhalt
7
8
Karsl IV. Jugendleben
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
St. Wenzels-Legende
95
96
97
98
99
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
Namen- und Sachregister
127
128
129
130
131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
- s. 103: … fördern: Boleslav der Fromme durch Gründung des Prager Bistums bei St. Veit, seine Schwester Mlada durch Errichtung eines Frauenstifts bei St. Georg,…
- s. 103: … wachsen weiter, so daß er schließlich zu seinem Herrn nach St. Veit übertragen wird. In der vierten Lektion bewährt sich St. Wenzel…
- s. 105: … von Karl emporgesteilte gotische Pracht- bau der Prager Metropolitankirche zu St. Veit, für die er in seinem römischen Krönungsjahre auch noch das…
Název:
Kaiser Karls IV. Jugendleben und St.-Wenzels-Legende
Autor:
Blaschka, Anton
Rok vydání:
1956
Místo vydání:
Weimar
Počet stran celkem:
140
Počet stran předmluvy plus obsahu:
140
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Inhalt
- 9: Karsl IV. Jugendleben
- 95: St. Wenzels-Legende
- 127: Namen- und Sachregister
Strana 105
EINFUHRUNG
105
kaiserliche Diakon sein Vorbild; der weltlichen „Milde“ des
hochmittelalterlichen Herrschers, dem nichts fremder sein
sollte als der Geiz, wie der goldliebende Dictator in marmor-
glatter Prosa des Fürstenspiegels deklamiert, setzt der Lu-
xemburger die Freigebigkeit aus Nächstenliebe entgegen, die
der heilige Premyslide geübt hat. Vermochte auch Karl das
Ideal mönchischer Profeß nicht zu erreichen, nach dem er
den hl. Wenzel streben läßt, so sind doch seine regelmäßigen
Exerzitien in der Weltabgeschiedenheit seiner Gralsburg
Karlstein hinreichendes Zeugnis seiner eigenen Geistes-
haltung, seiner Ferienfeier und Seelenpflege.
Das Rudiment der Ehe Wenzels ist bei Karl noch erhalten
in der Rombitte des Heiligen um den Ordenseintritt, wiewohl
eine seiner Vorlagen, Dalimil, das Motiv ausdrücklich ins Ge-
genteil verkehrt hatte. Karl, der schon zum drittenmal ver-
heiratet war, erwähnt die Ehefrage Wenzels überhaupt nicht.
Auch die Reliquienwunder, welche seine Vorlagen boten, das
muß auffallen, hat der eifrige Reliquiensammler Karl nicht
berührt7. Wostry findet es auch bemerkenswert, daß in der
Legende nirgends des russischen Brüderpaares Boris und
Glöb Erwähnung geschieht.
Dagegen enthält seine Legende in der Vorgeschichte ein neues
Motiv in der Nennung der Taufkirche Bořivojs. Diese St.-
Veitskirche in Welehrad, die St.-Veitsrotunde Wenzels und
der an ihrer Stelle von Karl emporgesteilte gotische Pracht-
bau der Prager Metropolitankirche zu St. Veit, für die er in
seinem römischen Krönungsjahre auch noch das Haupt des
hl. Veit aus Pavia erwarb, das sind die Meilensteine auf dem
Wege der Ubertragung des Großmährischen Reiches durch
Man mag an das besondere Anliegen Karls denken. Uber diese
zeitgegebene Leidenschaft Karls IV. und ihre Haupttendenz: die
Verherrlichung Böhmens und vornehmlich Prags, handelt Gustav
Pirchan in seiner erst postum bekanntgewordenen Arbeit „Karl-
stein“ (in der Anm. 1 genannten Festschrift S. 56—90); dortselbst
S. 67 der Hinweis auf ein Wunder, das einen Reliquienerwerb in
Prag zwar vereitelte, den Herrscher aber durch das Erlebnis selbst
höchlich entschädigte.