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Karsl IV. Jugendleben
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St. Wenzels-Legende
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- s. 46: … der Städte wohnen konnten wie jeder an- dere Bürger. Das Prager Schloß aber lag seit den Zeiten Kö- nig Ottokars so verödet,…
- s. 118: … und allen Ehren in die Kirche des heiligen Georgius im Prager Schloß. Hierauf schickte der heilige Wenceslaus in seiner Vorliebe für das…
- s. 121: … wie Dathan und Abiron22 auf offener Straße westlich vor dem Prager Schloß von der Erde verschlungen, wie man die Spuren davon an…
- s. 123: … namens Mlada, welche das Nonnenkloster des heiligen Ge- orgius im Prager Schloß gründete, in der Kirche, die 260 Diesen Sinn muß preterquam…
Název:
Kaiser Karls IV. Jugendleben und St.-Wenzels-Legende
Autor:
Blaschka, Anton
Rok vydání:
1956
Místo vydání:
Weimar
Počet stran celkem:
140
Počet stran předmluvy plus obsahu:
140
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Inhalt
- 9: Karsl IV. Jugendleben
- 95: St. Wenzels-Legende
- 127: Namen- und Sachregister
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JUGENDLEBEN KARLS IV.
eine wie die andere dieser Sprachen geläufig schreiben, lesen,
reden und verstehen konnten.
Unser Vater, der wegen einer Fehde mit dem Herzog von
Brabant damals samt seinen Genossen, dem Bischof von Lüt-
tich, dem Markgrafen von Jülich, dem Grafen von Geldern
u. a. m., nach der Grafschaft Luxemburg zog, übertrug uns
für die Zeit seiner Abwesenheit seine Gewalt in Böhmen.
Dies Königreich fanden wir so verwahrlost, daß wir nicht
eine einzige Burg antrafen, die nicht mit allen ihren Kron-
gütern verpfändet gewesen wäre, so daß wir nirgends anders
als in den Häusern der Städte wohnen konnten wie jeder an-
dere Bürger. Das Prager Schloß aber lag seit den Zeiten Kö-
nig Ottokars so verödet, zerstört und in Trümmern, daß es
so gut wie dem Boden gleichgemacht war. Hier ließen wir
mit vielen Kosten den neuen, großen und schönen Palast
bauen, wie er noch heutigen Tages zu sehen ist.
Zu jener Zeit schickten wir nach unserer Gattin10s, welche
noch immer in Luxemburg weilte. Sie kam und gebar nach
einem Jahre unsere erste Tochter Margareta10s.
Unser Vater hatte uns damals die Markgrafschaft Mähren
gegeben, und wir führten daher diesen Titel. Doch in An-
betracht, daß wir vom alten Stamme der böhmischen Könige
waren, liebten uns sämtliche redlichen Männer Böhmens und
leisteten uns Beistand zur Wiedererlangung der Burgen und
königlichen Güter. Da erwarben wir mit großen Kosten und
Mühen die Burgen Bürglitz, Teyrow, Lichtenberg, Lititz,
Grätz, Pisek, Netschtin, Zbiroh, Tachau und Trautenau in
Böhmen, in Mähren aber Lukow, Teltsch, Eichhorn, die Ka-
stelle von Olmütz, Brünn und Znaim und noch viele andere
verpfändete und dem Königreich entfremdete Güter. Wir
hatten viele bereitwillig dienende Kriegsleute; das König-
reich gedieh von Tag zu Tag, die Guten liebten uns insgesamt,
105 Am 12. Juni 1334 hielt sic ihren Einzug in Prag: Palacky, Gesch.
v. Böhmen II. 2, S. 209.
106 Geb. 24. Mai 1335, vermählt mit König Ludwig von Ungarn und
Polen 1338, † 1349.