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Inhalt
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Karsl IV. Jugendleben
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St. Wenzels-Legende
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- s. 46: … der Städte wohnen konnten wie jeder an- dere Bürger. Das Prager Schloß aber lag seit den Zeiten Kö- nig Ottokars so verödet,…
- s. 118: … und allen Ehren in die Kirche des heiligen Georgius im Prager Schloß. Hierauf schickte der heilige Wenceslaus in seiner Vorliebe für das…
- s. 121: … wie Dathan und Abiron22 auf offener Straße westlich vor dem Prager Schloß von der Erde verschlungen, wie man die Spuren davon an…
- s. 123: … namens Mlada, welche das Nonnenkloster des heiligen Ge- orgius im Prager Schloß gründete, in der Kirche, die 260 Diesen Sinn muß preterquam…
Název:
Kaiser Karls IV. Jugendleben und St.-Wenzels-Legende
Autor:
Blaschka, Anton
Rok vydání:
1956
Místo vydání:
Weimar
Počet stran celkem:
140
Počet stran předmluvy plus obsahu:
140
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Inhalt
- 9: Karsl IV. Jugendleben
- 95: St. Wenzels-Legende
- 127: Namen- und Sachregister
Strana 121
6. LEKTION
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und forderte ihn auf, eine Kirche unter dem Titel seines
Martyrers Wenceslaus zu bauen, falls er bei ihm Gnade finden
wolle, was er auch tat20.
[X.] Zu jener Zeit wurde auch die schlimme und schändliche
Drahomirz, seine Mutter, welche wie eine zweite Jezabel,
der verruchten Athalia2€, die gegen das eigene königliche
Geblüt wütete, in der Grausamkeit gleich, die unschuldige
Blutvergießung des Martyrers, ihres erstgeborenen Sohnes,
des heiligen Wenceslaus, angestiftet hatte, wie Dathan und
Abiron22 auf offener Straße westlich vor dem Prager Schloß
von der Erde verschlungen, wie man die Spuren davon an
der Erdoberfläche bis zum heutigen Tage sehen kann23. Die
Spießgesellen des Brudermordes an dem heiligen Wenceslaus
aber wurden ebenso grimmig als gräßlich geschlagen24.
20 Erich IV. Pogpennig oder Plovpennig (1241—1250) gründete ein
Michaelsstift in Reval. Dieses Wunder erscheint erstmalig in der Le-
gende Oriente iam sole. Auch Erich fiel von Bruderhand. Daß diese
Gestalt in die Zeit Wenzels zurückversetzt wird, illustriert schlag-
artig die auch sonst im Legendenschaffen wirksame Zeitlosigkeit.
21 Jezabels (Isebels) Untergang 2. Kön. 9, 33; Athaljas Ende 2. Kön.
11, 20. Das letztere Thema hat in späterer Zeit namentlich durch das
Werk Racines allgemeine Beachtung gefunden.
22 Die Höllenfahrt Dathans und Abirons (Abirams) 4. Mose 31 ff. Die
Strafe wurde im Mittelalter auch Privilegienbrechern angedroht.
23 Im Jahre 1788 wurde nach Pelzels Memoiren am Hradschin die
Drahomiř-Säule mit der Darstellung der Höllenfahrt abgetragen; der
genaue Standort dieses Denkmals, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts
noch nicht bestand, ist unbekannt. Das Vorhandensein eines Abgrun-
des dürite die Sage veranlaßt haben und Karl IV. ist der erste Le-
gendist, der sie — offenbar aus Volksmund — berichtet. Das ent-
sprechende Reim-Responsorium folgt erst nach der 8. Lektion.
24 Das Responsorium faßt die Summe des Heiligenlebens ebenfalls
mit dem Abelvorbild zusammen:
So wie Abel schloß sein Leben,
Bricht des Fürsten edles Streben
Schwertstreich von des Bruders Hand.
Blut blieb an den Fliesen kleben,
Daß es sollte Zeugnis geben,
Unverwischt von Menschenhand.