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Inhalt
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Karsl IV. Jugendleben
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St. Wenzels-Legende
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- s. 124: … Besitz zum Nachteil des hochheiligen Adalbertus, des Bischofs der genannten Prager Kirche, und wurde am Tage seiner unwürdigen Weihe vom bösen Geist…
- s. 125: … strafen zu lassen. 125 Galgen gefunden, abgenommen und in der Prager Kirche ehrenvoll begraben wurde. TRANSLATIONSLEGENDE, 3.—5. LEKTION 4. [XIV.] Wir finden…
Název:
Kaiser Karls IV. Jugendleben und St.-Wenzels-Legende
Autor:
Blaschka, Anton
Rok vydání:
1956
Místo vydání:
Weimar
Počet stran celkem:
140
Počet stran předmluvy plus obsahu:
140
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Inhalt
- 9: Karsl IV. Jugendleben
- 95: St. Wenzels-Legende
- 127: Namen- und Sachregister
Strana 124
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ST.-WENZELS-LEGENDE KARLS IV.
Wratislaus, der Vater des heiligen Wenceslaus, vorzeiten ge-
stiftet hatte, und sie wurde die erste Abtissin in diesem
Kloster29.
[XIII.] Der zweite Sohn aber, namens Strachquas, zu dessen
Geburtstag auf Einladung des Bruders der glorreiche Mar-
tyrer, der heilige Wenceslaus, die Marter empfing, nahm das
Mönchskleid des Ordens des heiligen Benediktus im Kloster
des heiligen Emmeram in der Stadt Regensburg und maßte
sich schließlich das Prager Bistum an, nicht wie Aaron von
Gott berufen30, sondern er nahm es aus eigener Vermessen-
heit in Besitz zum Nachteil des hochheiligen Adalbertus, des
Bischofs der genannten Prager Kirche, und wurde am Tage
seiner unwürdigen Weihe vom bösen Geist ergriffen und zu
Tode gequält31.
3. Wir halten es der Erinnerung wert, die Wunder des hoch-
heiligen Martyrers wahrheitsgetreu niederzuschreiben, die
Gott in seiner Güte offenbar werden ließ an seinen Getreuen
und Verehrern. Denn aus alten Schriften und glaubwürdigen
Berichten wissen wir, daß sein Leibknappe, namens Podiwen,
nachdem er bei vielen guten Werken sein Gefährte gewesen
war, nämlich bei Nachtwachen, Wallfahrten und Arbeiten,
auf Befehl des gottlosen Boleslaus, des genannten Bruder-
mörders, weil er den guten und hochheiligen Lebenswandel
des heiligen Wenceslaus auch nach dessen Tode eifrig ge-
rühmt hatte, an den Galgen geknüpft, nach zwei Jahren aber
unverwest mit wachsendem Bart und wachsenden Nägeln am
2e Das genaue Gründungsjahr des Frauenstiftes bei St. Georg im
Prager Schloß, der Kultstätte der hl. Ludmila, ist nicht bekannt, die
Gründung erfolgte jedenfalls erst nach Errichtung des Prager Bistums.
20 Ebr. 5, 4: Und niemand nimmt ihm selbst die Ehre, sondern er
wird berufen von Gott gleichwie der Aaron. — Von dem Vorwand
zur Einladung war bisher in der Legende nicht die Rede.
31 Der Prager Domherr Kosmas († 1125), ein Chronist und lustiger
Anektodenerzähler, berichtet (I, 30) erstmalig diese Geschichte.
Karl IV. hat die Erzählung übernommen, offenbar gutgläubig in der
Absicht, die Sünde des Vaters am Sohne strafen zu lassen.