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Inhalt
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Karsl IV. Jugendleben
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St. Wenzels-Legende
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Namen- und Sachregister
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Název:
Kaiser Karls IV. Jugendleben und St.-Wenzels-Legende
Autor:
Blaschka, Anton
Rok vydání:
1956
Místo vydání:
Weimar
Počet stran celkem:
140
Počet stran předmluvy plus obsahu:
140
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Inhalt
- 9: Karsl IV. Jugendleben
- 95: St. Wenzels-Legende
- 127: Namen- und Sachregister
Strana 85
KAPITEL XVII
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SIEBZEHNTES KAPITEL
Die genannten Herren kehrten also zurück, und ein jeder von
ihnen zog nach dem eignen Lande254.
Der König von Krakau aber und Herzog Bolko255 ersannen
betrüglicherweise einen böswilligen Plan, wie sie König Jo-
hann und Karl bei ihrer Rückkehr aus Preußen ergreifen und
ihnen nach vieler Schmach den letzten Pfennig erpressen
könnten. Diese aber hatten von solchen Nachstellungen keine
Kunde, und König Johann begab sich mit den Seinigen durch
die Mark Brandenburg und die Lausitz in die Grafschaft
Luxemburg zurück, während Karl nicht vermeiden konnte,
durch das Land des Königs von Krakau nach Breslau zurück-
zukehren. Er kam also nach der Stadt Kalisch, und es wurde
ihm hier auf Veranlassung des Königs nachgestellt, nicht daß
er wie ein öffentlicher Feind ergriffen, sondern nur so, daß
er heimlich bewacht wurde, damit er die Stadt nicht ver-
lassen könne. Sobald Karl dies gewahrte, stellte er sich, als
merke er die Bewachung nicht, und sagte vielmehr, er wolle
hier einige Tage ausruhen.
Er schickte nun einen Boten zu Fuß an den Hauptmann von
Breslau, um ihm den Hergang der ganzen Begebenheit darzu-
legen. Dieser erschien sogleich mit 300 Bewaffneten bis auf
eine Meile vor Kalisch und sandte Karl einen kräftigen Wal-
lach bis vor das Stadttor. Karl untersuchte denselben sehr
genau, wie er von dem nach Breslau gesandten Boten belehrt
war. Auf das so herbeigebrachte Pferd nun schwang er sich
und eilte in schnellem Lauf zu den aus Breslau zu seiner Be-
254 Das nun Folgende hat sich im März 1345 zugetragen, wie aus dem
Briefe eines italienischen Ritters hervorgeht; die in den Regesten Nr.
206 und 207 angeführten Urkunden Karls vom 1. und 14. Februar
sind daher aus dem Jahre 1345 zu entfernen. Vgl. die nähere Aus-
führung Grünhagens in der Zeitschrift des Vereins für Geschichte und
Altertum Schlesiens, Bd. 16, S. 266ff.
255 Bolko II. von Fürstenberg und Schweidnitz war der Sohn Kuni-
gundens, einer Schwester König Kasimirs des Großen von Polen:
Grotefend, Stammtafeln der schlesischen Fürsten, Nr. IV und XVII.