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Inhalt
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Karsl IV. Jugendleben
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St. Wenzels-Legende
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- s. 49: … war kein Fürst und Va- sall unseres Vaters und des Königreichs Böhmen. Unser Vater jedoch hatte durch Herrn Heinrich VII.113, Herzog von…
- s. 58: … Sobald alle eingedrungen waren, ent- faltete ich die Banner des Königreichs Böhmen und der Graf- schaft Tirol. Jene aber wußten, da sie…
- s. 59: … wir uns in das Inntal und von da in das Königreich Böhmen. Hier ver- ständigten wir uns mit den Herzögen von Österreich,…
- s. 87: … Menge Bewaffneter Hilfe bringen. Sogleich rief Johann alle Barone des Königreichs Böhmen an einen Ort259 zusammen und sprach, daß es alle hörten:…
Název:
Kaiser Karls IV. Jugendleben und St.-Wenzels-Legende
Autor:
Blaschka, Anton
Rok vydání:
1956
Místo vydání:
Weimar
Počet stran celkem:
140
Počet stran předmluvy plus obsahu:
140
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Inhalt
- 9: Karsl IV. Jugendleben
- 95: St. Wenzels-Legende
- 127: Namen- und Sachregister
Strana 49
KAPITEL VIII
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wir beide erwachten. Wir hießen Buschko aufstehen, um
nachzusehen, was es sei. Er stand auf, ging suchend rings
durchs Zimmer und sah nichts und konnte nichts finden. Da
machte er ein größeres Feuer und zündete noch mehr Kerzen
an, ging zu den Bechern, welche voll Weins auf den Bänken
standen, trank und stellte den einen Becher in die Nähe einer
großen brennenden Kerze. Er trank und legte sich wieder zu
Bette. Wir aber saßen, in unsern Mantel gehüllt, im Bette
aufrecht und hörten jemanden auf und ab gehen, konnten je-
doch niemanden sehen ; und während wir so mit Buschko auf
die Becher und Kerzen hinblickten, gewahrten wir, wie jener
Becher umstürzte, dann von unsichtbarer Hand über das
Bett Buschkos hinweg von einem Ende des Zimmers bis ans
andere an die Wand geworfen wurde und, von der Wand zu-
rückgeschleudert, mitten ins Zimmer fiel. Bei diesem An-
blick erschraken wir gewaltig, und immer noch hörten wir
jemanden im Zimmer auf und ab gehen, sahen jedoch nie-
manden. Nachdem wir uns dann aber bekreuzigt hatten,
schliefen wir in Christi Namen bis zum Morgen. Beim Auf-
stehen fanden wir den Becher, so wie er hingeschleudert wor-
den war, in der Mitte des Zimmers und zeigten dies unsern
Dienern, als sie am Morgen zu uns kamen.
Zu jener Zeit schickte uns unser Vater mit einem schönen
Heere gegen Herzog Polko von Schlesien, den Herrn von
Münsterberg. Jener Herzog nämlich war kein Fürst und Va-
sall unseres Vaters und des Königreichs Böhmen. Unser Vater
jedoch hatte durch Herrn Heinrich VII.113, Herzog von Bres-
lau, welcher keine Erben besaß, die Stadt Breslau erworben.
Dieser Herzog nämlich hatte die Landschaft Glatz auf Le-
benszeit zum Geschenk erhalten und wollte daher Stadt und
Herzogtum lieber unserm Vater und der Krone des König-
reichs Böhmen für immer zuwenden114, als seinem Bruder
113 Septimum itümlich statt VI. — Heinrich VI. regierte 1311 bis
1335. Der Irrtum ist im Hinblick auf den Namen des Großvaters
Karls erklärlich.
114 Die gegenseitige Schenkung erfolgte am 4. April 1327: Stenzel,
Gesch. Schlesiens I, S. 121.