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Název:
Dokumente zur Geschichte des großen abendländischen Schismas (1385-1395)
Autor:
Steinherz, Samuel
Rok vydání:
1932
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
97
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- 1: Edition
Strana 27
27
niensis avunculi sui quam respectu sui ipsius fore eidem domino
imperatori magis gratum et astrictum“1). In §§ 4 und 5 werden die
Bemühungen des Kardinals bei Papst Gregor XI., die Approbation
der Wahl Wenzels zum römischen König durchzusetzen, hervor-
gehoben. Es liegt nichts vor, was gegen die Glaubwürdigkeit dieser
Angabe eingewendet werden könnte2). Daß die Approbationsbulle
bereits fertiggestellt und von Papst Gregor XI. genehmigt, von ihm
jedoch wegen seines raschen Todes dem Bullator nicht mehr über-
geben worden ist, wird uns in einem anderen, gleichzeitigen Doku-
ment bestätigt3).
Was in § 13 mit den Worten: „Item de regno Ungarie etc.
gemeint ist, wird im unten folgenden Dokument Nr. 9, § 4, erklärt.
Ahnlich steht es mit dem Schlußsatze von § 14 unseres Aktenstückes:
„et concluderetur de omnibus punctis etc. videlicet regni Boemie
et ecclesiarum etc.“ Auch er wird erklärt durch Nr. 9, und zwar
§ 7. Es handelt sich um die Besetzung der Bistümer im Königreich
Böhmen nach Vorschlag des Königs.
Unter den verschiedenen Korrekturen, die der Papst an der
Instruktion vornahm, ist eine hervorzuheben. Der Papst hatte dem
Schreiber diktiert: „Item. de domino Teschinensi ad consilium S.
etc.", ließ aber dann diese Worte streichen. Der „dominus Teschi-
nensis“ ist Herzog Přemysl von Teschen, eine hervorragende Persön-
lichkeit am Hofe und im Rate Wenzels. Man darf vermuten, daß Erz-
bischof Pilgrim (das bedeutet ,ad consilium S.“) vorgeschlagen hatte,
diesen einflußreichen Mann für die Sache Clemens' zu gewinnen 4).
§ 16 enthält eine Rechtfertigung oder Entschuldigung des
Papstes, daß er Gesandte nach Aachen geschickt habe. Auf welche
Vorgänge hier angespielt wird und wann die Sendung erfolgt ist,
läßt sich nicht feststellen 5).
1) Deutsche Reichstagsakten, herausgegeben von J. Weißsäcker, I, 103.
2) Vgl. meine Schrift, Das Schisma von 1378 und die Haltung Karls IV.,
Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung XXI, 605 f.
3) Schreiben des Kardinals Corsini vom 31. Mai 1378 „licet ante mortem
suam (sc. Gregorii XI.) litera aprobacionis ingrossata fuisset, tamen morte
superveniente bullari non potuit“ (Bliemetzrieder, Der Briefwechsel der Kar-
dinäle mit Kaiser Karl IV. betreffend die Approbation Wenzels als römischen
König“ in Studien und Mitteilungen aus dem Benediktinerorden 29, 120 ff.)
4) Es sei hier noch bemerkt, daß eine gleichzeitige Quelle (nämlich eine
noch dem 14. Jahrhundert angehörige Abschrift des Berichtes Konrads von
Wesel über die Wahl Urbans VI. und den Ursprung des Schismas) von Herzog
P. von Teschen erzählt, daß er zu Beginn der Regierung des Königs Wenzel
Anhänger des Papstes Clemens VII. gewesen sei. (Vgl. Monum. Vatic. Bohemiae
V, 1, p. 13, Note g, und die Bemerkungen des Herausgebers Krofta eben-
dort p. 17.)
5) Aus dieser Rechtfertigung des Papstes kann man den Schluß ziehen,
daß eine Beschwerde Wenzels vorausgegangen war. Es sei hier erwähnt, daß
er im Oktober 1384 sich eine Woche in Aachen aufgehalten hat (Lindner, Ge-
schichte Wenzels I., 433). Es sollte eine Zusammenkunft Wenzels mit dem
französischen König und den Herzogen von Berry und Burgund in Mouzon
stattfinden und am 27. Oktober 1384 war eine, dem König Wenzel wohlbekannte
Persönlichkeit, Konrad von Wesel, ehemals Dekan der Wyschehrader Kirche,
von Avignon abgesandt worden, um an dieser geplanten Zusammenkunft teil-
zunehmen (Valois a. a. O. II., 284, Note 2). Sie fand jedoch nicht statt.