z 97 stránek
Titel
I
II
III
IV
Vorwort
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
Edition
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
- s. 9: … Regesta episc. Constanc. II, Nr. 6695 und Lichnovsky, Geschichte des Hauses Habsburg IV, Reg.-Nr. 1852. 10 verfaßt. Die Angaben in der Supplik…
- s. 77: … Urkunde Reischachs von 1386 März 22. Bozen (Lichnovsky, Geschichte des Hauses Habsburg IV, Reg.-Nr. 1975) ersieht man, daß er dem österreichischen Herzog…
Název:
Dokumente zur Geschichte des großen abendländischen Schismas (1385-1395)
Autor:
Steinherz, Samuel
Rok vydání:
1932
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
97
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- 1: Edition
Strana 9
9
Beträge, welche Pilgrim anläßlich seiner Erhebung zum Erz-
bischof an die camera apostolica und das Kardinalskollegium in den
Jahren 1369—1372 zahlte, gingen durch die Hand Johanns und
auch in anderen Angelegenheiten erhielt er Aufträge vom Erz-
bischof1). In den nächsten Jahren gelang es Kalchofen, ein Stück
vorwärts zu kommen. Ein Kanonikat in Konstanz fiel ihm zu und
im Herbst 1374 wurde er von Papst Gregor XI. mit einer nicht
unwichtigen Aufgabe betraut. Er wurde als päpstlicher Nuntius
nach Salzburg geschickt, um die Einhebung des vom Papst aus-
geschriebenen Zehenten durchzuführen, die Rechnungen der Sub-
kollektoren, d. i. des Erzbischofs Pilgrim und der Bischöfe Friedrich
von Chiemsee und Heinrich von Lavant, einzusehen und die gegen
diese Persönlichkeiten erhobenen Beschwerden zu untersuchen2).
Es war nicht zu verwundern, daß Kalchofen gegenüber dem Erz-
bischof und seinen Suffraganen nicht den strengen Richter spielte
und eher für sie als für die apostolische Kammer eintrat3). Seine
Sendung hatte daher keinen Erfolg, im November 1375 wurde ein
anderer Nuntius bestellt und Kalchofen kehrte nach Avignon
zurück. Vielleicht hätte er es trotzdem noch weiter gebracht bis zu
einem Bistum, da kam es 1378 zum Schisma und Kalchofen schloß
sich dem Avignonesischen Papst an. Er blieb ihm treu trotz aller
Gefahren und Schädigungen, welche eine solche Parteinahme da-
mals für einen deutschen Geistlichen zur Folge hatte, ja er bemühte
sich nach Kräften, seinem Papst zum Siege zu verhelfen. Im Jahre
1379 verfaßte er auf Grund seiner Kenntnis der deutschen Ver-
hältnisse eine wichtige Denkschrift über die Frage, wie trotz aller
Edikte und Verbote König Wenzels die Geistlichkeit in Süddeutsch-
land unter Mithilfe des österreichischen Herzogs Leopold III. für
Clemens gewonnen werden könnte4). Ob Johann dazu beigetragen
hat, Leopold III. zum Avignonesischen Papst herüberzuführen, ist
unbekannt 5). Aber sicherlich hat er sich um seinen einstigen Gönner
Erzbischof Pilgrim sehr bemüht. Die alten Beziehungen zwischen
beiden Männern hatten nicht aufgehört, das zeigt das vorliegende
Schreiben. Wiederum sehen wir Johann Kalchofen als Agenten
Rilgrims in Avignon tätig.
Er hat, wie aus unserem Schreiben hervorgeht, die Suppliken
des Erzbischofs um Einverleibung von Berchtesgaden und Admont
1) Ebendort Nr. 862 Ca3. Daß er auch für andere deutsche Prälaten an
der Kurie tätig war, zeigen die Regesta episc. Constanc. II, Nr. 6199, und Acta
Salzburgo-Aquilejensia I, Nr. 982, 992.
2) Ebendort Nr. 965.
3) Vgl. das Schreiben Gregors XI. an ihn von 1375 Jänner 29 (eben-
dort Nr. 970).
4) Bliemetzrieder in den M. I. ö. G. 29, 668—672. Das Schriftstück ist
jedoch nicht eine Bittschrift oder gar ein Rotulus, wie Bliemetzrieder S. 664
sagt, der von Leopold III. von Österreich ausgegangen ist, sondern es sind Vor-
schläge eines guten Kenners der deutschen Verhältnisse und der Verfasser
nennt sich selbst: es ist Johann von Konstanz, ebendort S. 672, Note 1.
5) Seine Beziehungen zu Leopold III. ersieht man aus den Urkunden in
Regesta episc. Constanc. II, Nr. 6695 und Lichnovsky, Geschichte des Hauses
Habsburg IV, Reg.-Nr. 1852.