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Titel
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Vorwort
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- s. 2: … als ein Jahr verblieb. Dann verlegte er seinen Wohnsitz nach Freiburg im Breisgau, wo er nach Ausweis zahlreicher Urkunden bis in den Sommer…
- s. 18: … V, 273 ff., und Holtermann, Die kirchenpolitische Stellung der Stadt Freiburg im Breisgau während des großen Papst-Schismas, S. 27 ff.; Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands…
Název:
Dokumente zur Geschichte des großen abendländischen Schismas (1385-1395)
Autor:
Steinherz, Samuel
Rok vydání:
1932
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
97
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- 1: Edition
Strana 2
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Wie aus dem vorliegenden Schreiben hervorgeht, hatte der
salzburgische Gesandte dem Kardinal d'Aigrefeuille in Avignon
vertraulich mitgeteilt, Erzbischof Pilgrim wünsche sehnlichst, zur
Beendigung des gegenwärtigen Schismas beizutragen, d. h., wie
d'A. richtig erkannte, dem „wahren“ Papste, nämlich Clemens VII.,
sich anzuschließen. Zwei Monate später war der Wunsch Pilgrims
bereits erfüllt, Papst Clemens hatte den von ihm verlangten Preis
am 20. Mai 1385 bewilligt1) : unser Brief muß daher vor diesem
Ereignisse geschrieben sein. Andererseits zeigt sich, daß der
Kardinal d'A., von dem unser Schreiben herrührt, in den Jahren
1379 bis 1385 vom päpstlichen Hofe abwesend war. Er war von
Clemens VII. am 18. Dezember 1378 zum Legaten für Deutschland
und Böhmen ernannt worden2), hatte einen Monat später seine
Reise angetreten und war erst nach sechs Jahren wieder an den
päpstlichen Hof zurückgekehrt3). Am 30. Jänner 1385 war er in
Avignon, wo Papst Clemens seit dem Sommer 1379 seine Residenz
hatte, eingetroffen, was in den Kanzleibüchern der päpstlichen
Kammer notiert wurde4). Die Verhandlung d'A's. mit dem salz-
burgischen Gesandten kann also in Avignon erst nach dem 30. Jän-
ner 1385, d. h. in der Zeit zwischen dem 30. Jänner und dem
20. Mai dieses Jahres, stattgefunden haben. Mit anderen Worten:
unser Brief, der als Datum nur den Monatstag (26. März) angibt,
gehört dem Jahre 1385 an.
Der salzburgische Gesandte Magister Johann von Hengstberg
wird in unserem Schreiben Kaplan und Vizekanzler des Erzbischofs
Pilgrim und Kanonikus von Brixen genannt, wohl auf Grund des
Kredenzbriefes, den er überreicht hatte. Uber seine Persönlichkeit
geben weder die Brixener5) noch die Salzburger Urkunden (von
unseren Stücken abgesehen) Aufschluß. Es läßt sich daher nicht
sagen, wann er das Kanonikat in Brixen erlangt hat und ob irgend-
welche Beziehungen zwischen ihm und dem Bischof Friedrich von
Brixen (der bis zum Herbst des Jahres 1386 Anhänger Clemens' VII.
gewesen ist) bestanden haben.
1) Nämlich die Inkorporierung der Propstei Berchtesgaden in die Mensa
der Erzbischöfe von Salzburg, vgl. Nr. 2.
2) Vgl. Baluze-Mollat, Vitae Paparum Aven. IV. 194.
3) Am 17. Jänner 1379 war d'A. von Fondi, wo sich damals Clemens VII.
aufhielt, abgereist, hatte sich zuerst nach Avignon begeben und war von dort
über Paris nach Metz gekommen, wo er am 27. Juni 1379 eintraf und mehr als
ein Jahr verblieb. Dann verlegte er seinen Wohnsitz nach Freiburg im Breisgau,
wo er nach Ausweis zahlreicher Urkunden bis in den Sommer des Jahres 1384 sich
aufgehalten hat. Sein weiteres Itinerar ist bis jetzt nicht bekannt (vgl. Baluze-
Mollat II. 526 ff.; Valois [La France et le Grand Schisme d'Occident (Paris 1896))
I, 131, 285 und II, 277; Holtermann, Kirchenpolitische Stellung der Stadt Frei-
burg während des großen Papstschismas, Abhandlungen zur oberrheinischen
Kirchengeschichte, herausgegeben von Dr. Emil Göller, S. 12 ff.
4) Baluze-Mollat a. a. O. II, 258.
5) Das ersieht man aus Santifaller „Das Brixener Domkapitel in seiner
persönlichen Zusammensetzung im Mittelalter“ S. 42 und 339, Nr. 319. Die
einzige Quelle, die S. zu Gebote stand, war eine Notiz im Repertorium Germani-
cum (1, 117 *) über einen an den Papst Clemens VII. gerichteten Rotulus des
Brixener Domherrn Johann von „Hensberg“ vom 28. Mai 1387.