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Titel
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Vorwort
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- s. 2: … als ein Jahr verblieb. Dann verlegte er seinen Wohnsitz nach Freiburg im Breisgau, wo er nach Ausweis zahlreicher Urkunden bis in den Sommer…
- s. 18: … V, 273 ff., und Holtermann, Die kirchenpolitische Stellung der Stadt Freiburg im Breisgau während des großen Papst-Schismas, S. 27 ff.; Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands…
Název:
Dokumente zur Geschichte des großen abendländischen Schismas (1385-1395)
Autor:
Steinherz, Samuel
Rok vydání:
1932
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
97
Obsah:
- I: Titel
- V: Vorwort
- 1: Edition
Strana 18
18
[In verso] Reverendissimo in Christo patri et domino meo metuen-
dissimo domino P. dei et apostolice sedis gracia archiepiscopo Salze-
burgensi dicteque sedis legato.
Die Datierung des vorliegenden Briefes ist mangelhaft, es wird
nur der Ort angegeben, aber nicht die Zeit, da der Brief geschrieben
wurde. Versuchen wir, diese Lücke zu ergänzen, so bietet sich als
Ausgangspunkt der Untersuchung die Angabe unseres Briefes, daß
der Schreiber, Magister Johann, in mehreren Angelegenheiten „et
presertim [super] ecclesie Const. provisione“ vom Papst Clemens
nach Deutschland geschickt worden sei.
Eine solche „provisio“ des Konstanzer Bistums fand nach dem
Tode des clementistischen Bischofs Mangold [19. November 1385)
statt; 11/2 Jahre später ernannte Clemens VII. einen Nachfolger:
Heinrich Bayler [22. März 1387].
Weder vorher noch nachher1) hat Clemens VII. einen Bischof
von Konstanz ernannt. Dieser Zeitraum wird jedoch etwas kleiner,
d. h. der terminus a quo und der terminus ad quem rücken zusammen,
wenn wir den weiteren Inhalt unseres Briefes in Betracht ziehen,
d. i. die Verhandlung des Magisters Johann mit Herzog Albrecht III.
von Österreich.
Die Stilisierung2) unseres Briefes deutet auf den Zusammen-
hang der Konstanzer Bistumsangelegenheit mit dieser Verhandlung
hin, d. h. diese Angelegenheit sollte in der Unterredung zwischen
Magister Johann und Herzog Albrecht zur Sprache gebracht werden.
1) Bei Beginn des Schismas war Heinrich III. von Brandis Bischof,
anfänglich ein Anhänger Urbans Vl., später trat er mehr und mehr der Partei
des Gegenpapstes näher. Nach seinem Tode (1383) war von der Mehrheit des
Kapitels sein Neffe Mangold Brandis zum Bischof gewählt worden, eine Mi-
norität des Kapitels erkannte jedoch den Gewählten nicht an und wandte sich
dem von Papst Urban Vl. zum Bischof ernannten Nikolaus von Riesenburg zu.
Nun schloß sich Mangold immer mehr an Clemens VII. an, verlor jedoch im
Bistum von Tag zu Tag an Boden und wollte schließlich seinen Gegner mit
den Waffen bekämpfen. Da ereilte ihn der Tod (19. November 1385). Nun ver-
gingen 11/2 Jahre, bis Clemens VII. seinen Günstling Heinrich Bayler zum
Bischof von Konstanz beförderte (22. März 1387). Bayler verblieb jedoch in
Avignon und erreichte es, daß ihn Papst Clemens am 15. Juni 1389 zum Bischof
des französischen Bistums Valence-Die ernannte und ihm gleichzeitig das
Bistum Konstanz auf Lebenszeit als Kommende ,in spiritualibus et temporalibus“
übertrug und diese „beständige“ Administration des Konstanzer Bistums ver-
blieb Bayler auch, nachdem er im Jahre 1390 von Clemens VII. auf das Bistum
Alet transferiert worden war. Uber diese Vorgänge im Konstanzer Bistum vgl.
Haupt, Das Schisma des ausgehenden 14. Jahrhunderts in seiner Einwirkung
auf die oberrheinischen Landschaften, Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins,
N. F. V, 273 ff., und Holtermann, Die kirchenpolitische Stellung der Stadt
Freiburg im Breisgau während des großen Papst-Schismas, S. 27 ff.; Hauck,
Kirchengeschichte Deutschlands V, 2, S. 710.
2) Man sehe die Verbindung der beiden Sätze: Ceterum metuendissime
domine, scire vos desidero, me per dominum nostrum ad partes Alamannie
super pluribus et presertim Constanciensis ecclesie provisione destinatum et
quia dominus Albertus dux Austrie, ut presumebatur, literas domini Clementis
non reciperet.