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- s. 31: … von Truhlař (Catalogus codicum, 1, 611) von Karl IV. der Prager Universität (dem Karls- Colleg) geschenkt worden ist, unter anderen auch „excerpta…
- s. 32: … Schrift Senecas „de remediis 32 Und der älteste Bibliothekskatalog der Prager Universität zeigt, daß schon zur Zeit Karls IV. in Prag eine…
- s. 32: … österr. Geschichtsforschung, 9, 67). 130) In dem ältesten Bibliothekskatalog der Prager Universität (Serapeum, 1850, Intelligenzblatt, S. 58 ff.) erscheinen unter anderen auch…
Název:
Ein Fürstenspiegel Karls IV.
Autor:
Steinherz, Samuel
Rok vydání:
1925
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
66
Počet stran předmluvy plus obsahu:
66
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Studie
- 41: Edition
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Und der älteste Bibliothekskatalog der Prager Universität zeigt,
daß schon zur Zeit Karls IV. in Prag eine ganze Reihe von Seneca-
Handschriften, Texte, Kommentare und Indices, zur Verfügung
stand 123). Einzelne Schriften Ciceros mag Karl schon in seiner Jugend
noch während seines Aufenthaltes in Frankreich kennen gelernt
haben 124). Dann kam Petrarca, der Cicero aufs höchste bewunderte,
seine Sprache als unvergleichlich rühmte 125), und mit seiner Schwär-
merei für die „himmlische“ Beredsamkeit Ciceros auch Johann
von Neumarkt erfüllte 126). Auf Cicero beruft sich Karl in der Vor-
rede zur Chronik Marignolas 127) — wir können also ohne Schwierig-
keit annehmen, daß er ebenso die früher genannten Werke von
Seneca, als auch die Schriften Ciceros „de officiis“ und „paradoxa"
gekannt hat, um so mehr, als diese beiden Schriften seit Jahr-
hunderten verbreitet waren 128). Auch die Kenntnis der Kaiser-
biographien des Sueton, auf die ihn Petrarca aufmerksam gemacht
hatte 129), können wir ihm ohneweiters zutrauen, ebenso wie der
„Variae" Cassiodors, eines Werkes, das in Prag gerade zur Zeit
Karls IV. bekannt und geschätzt war 130). Dagegen ist es auf den
ersten Blick auffallend, daß ein so frommer Mann wie Karl Ovid
gekannt haben soll, aber es sind die unverfänglichen Metamor-
phosen 131), die in unserer Schrift zitiert sind.
Außer diesen Autoren wird noch Petrarca angeführt, nicht
mit seinem Namen, sondern mit einer Umschreibung, die soviel
Anerkennung und Lob enthält, daß Petrarca selbst, wenn er noch
gelebt hätte 132), damit zufrieden gewesen wäre: er wird genannt
„jener Toscaner, der unter den Dichtern der Zeit nach der letzte,
' 133). Welche Schriften
aber vielleicht durch seinen Geist der erste ist"
fortuitorum“, ferner die „epistulae“ und auch der dem Seneca zugeschriebene
„liber de quatuor virtutibus cardinalibus“ des Martinus de Bracara zitiert
werden (Fontes rer. Boh., 3, 424, 428, 429).
123) Serapeum, 1850, Intelligenzblatt, S. 74, „quintus ordo“.
124) Burdach (Vom Mittelalter zur Reformation, 1, 53) weist darauf hin,
daß in Frankreich noch vor Petrarca rhetorische Kunst und Epistolarstil nach
Ciceros Muster gepflegt worden sind.
125) Körting, Petrarca, S. 488.
126) Burdach, a. a. O., 100, 103.
127) Nämlich auf „Tullius primo rhetoricae“ (d. i. de inventione rhe-
torica, 1. 1).
128) Vgl. Manitius, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters,
1, 479 ff., und Schaarschmidt, Joh. Saresberiensis, S. 92.
129) In dem Gutachten über die österreichischen Freiheitsbriefe (epist.
sen., XVI, 5) von 1361 hatte Petrarca gerade auf die Biographie Neros, die
in unserer Schrift benutzt ist, hingewiesen. Uber dieses Gutachten vgl. meine
Schrift „Karl IV. und die österreichischen Freiheitsbriefe“ (Mitteilungen des
Institutes für österr. Geschichtsforschung, 9, 67).
130) In dem ältesten Bibliothekskatalog der Prager Universität (Serapeum,
1850, Intelligenzblatt, S. 58 ff.) erscheinen unter anderen auch „epistolae Cassio-
dori" (S. 67); in der Leichenrede auf Karl IV., gehalten von Adalbertus de
Ericinio, werden die „Variae“ wiederholt zitiert (Fontes rer. Boh., 3, 437, 440),
131) In der oben (Anmerkung Nr. 121) erwähnten Handschrift, VIII, H. 32.
findet sich auch ein „commentarius in Ovidii metamorphoses“; vgl. dazu Mani-
tius, a. a. O., 1, 332.
132) Er war am 18. Juli 1374 gestorben.
133) Vgl. Anmerkung Nr. 95.