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- s. 31: … von Truhlař (Catalogus codicum, 1, 611) von Karl IV. der Prager Universität (dem Karls- Colleg) geschenkt worden ist, unter anderen auch „excerpta…
- s. 32: … Schrift Senecas „de remediis 32 Und der älteste Bibliothekskatalog der Prager Universität zeigt, daß schon zur Zeit Karls IV. in Prag eine…
- s. 32: … österr. Geschichtsforschung, 9, 67). 130) In dem ältesten Bibliothekskatalog der Prager Universität (Serapeum, 1850, Intelligenzblatt, S. 58 ff.) erscheinen unter anderen auch…
Název:
Ein Fürstenspiegel Karls IV.
Autor:
Steinherz, Samuel
Rok vydání:
1925
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
66
Počet stran předmluvy plus obsahu:
66
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Studie
- 41: Edition
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hat, als man nach seinen Angaben vermuten könnte. Hat Karl IV.
alle diese Bücher gekannt?
Von vornherein könnte man annehmen, daß ein Mann seiner
Geistesrichtung sich mit den wichtigsten Schriften von Augustinus
vertraut gemacht hat. Eine solche Vermutung findet auch in ganz
bestimmten Zeugnissen ihre Bestätigung. In der Vorrede zur Chronik
Marignolas zitiert Karl das Werk Augustins „de civitate dei“ 116)
und sein Kanzler Johann von Neumarkt sagt uns in der Vorrede
zur deutschen Ubersetzung der „soliloquia“, daß der „allerdurch-
leuchtigist fürst unde herr herr Karl der vierde — von gnaden des
allmechtigen gotes so viel vernunft hat, und sich so fleisziclichen
geubet hat in den heiligen geschriften, das er des grossen achperen
lerers sanct Augustinus buch der liebkosunge —— und ouch ander
seine puecher wol vornemen mugen in Latein, also sy geschriben
und begriffen sint“ 117). Ganz dasselbe gilt von den Schriften Senecas.
Nicht nur deshalb, weil Seneca im Mittelalter für einen Christen
gehalten worden ist, für einen verehrungswürdigen Mann, der mit
dem Apostel Paulus in Briefwechsel gestanden sei und den Hiero-
nymus als Heiligen erklärt hatte 118), sondern auch weil man in ihm
den großen Philosophen und Meister des Stils sah, weil Petrarca
ihn aufs höchste geschätzt hat 119). Und Petrarca galt bei Karl IV.
und seinem Kreis als Autorität 120). Eine direkte Nachricht, daß
Karl IV. die Schriften Senecas gekannt hat, ist allerdings bis jetzt
nicht ans Licht gekommen 121), aber wir haben solche Nachrichten
über die Männer seiner nächsten Umgebung, über seinen Kanzler
Johann von Neumarkt und den Prager Erzbischof Johann Očko 122)
116) Fontes rer. Bohem., 3, 492.
117) Benedict, Das Leben des heiligen Hieronymus in der Ubersetzung
des Bischofs Johann VIII. von Olmütz (Bibliothek der mittelhochdeutschen
Literatur in Böhmen, herausgegeben vom Verein für Geschichte der Deutschen
in Böhmen, Band 3), Einleitung, S. XXVII.
118) Vgl. Westenburg, Der Ursprung der Sage, daß Seneca Christ gewesen
sei, S. 5, 7, wonach seit dem IX. Jahrhundert die Uberlieferung über Senecas
Christentum keinem Zweifel begegnete.
119) Körting, Petrarca, S. 491, 492.
120) Nämlich auf dem Gebiete der Dichtkunst, des Prosastils, der Alter-
tumswissenschaft, aber nicht als Politiker. Vgl. außer den Darstellungen von
Friedjung (a.a. O., S. 296 ff.), Körting (a. a. O., S. 322 ff.), Voigt (Wieder-
belebung des klassischen Altertums, 23, 263 ff.), Burdach (Vom Mittelalter
zur Reformation, 1, 63 ff., 106), und dessen „Bericht über Forschungen zum
Ursprunge der neuhochdeutschen Schriftsprache und des deutschen Humanis-
mus“ (Abhandlungen der Berliner Akademie 1903), S. 21, wonach von Petrarcas
lateinischen Schriften in den mährischen Bibliotheken bemerkenswert viele
Handschriften aus dem XIV. und dem Anfange des XV. Jahrhunderts vorliegen.
121) Es ist immerhin erwähnenswert, daß die Handschrift der Prager
Universitätsbibliothek, VIII, H. 32, die nach den Ausführungen von Truhlař
(Catalogus codicum, 1, 611) von Karl IV. der Prager Universität (dem Karls-
Colleg) geschenkt worden ist, unter anderen auch „excerpta de Senecae epistolis"
enthält.
122) Unter den Büchern, die Johann von Neumarkt im Jahre 1368 den
Augustiner-Eremiten zu S. Thomas in Prag testamentarisch vermachte, sind
auch ein „liber Senece in omnibus suis dictis" und die „tragedie Senece“ (Tadra,
Kanceláře a písaři v zemích českých“, S. 273); Leichenrede auf Karl IV., gehalten
vom Erzbischof Johann Očko, in welcher die Schrift Senecas „de remediis