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- s. 22: … — 22 des Jahres 1377 begab sich Karl in die Mark Brandenburg und verblieb dort bis in den November 70); in derselben…
- s. 22: … ge- trennt73), und auf diese Zeit, als Karl in der Mark Brandenburg sich aufhielt, beziehen sich unsere Schreiben. Ist dieses Ergebnis zutreffend,…
- s. 23: … die Worte unseres Schreibens. Karl IV. hatte sich in die Mark Brandenburg zurückgezogen und Wenzel wie zur Probe die eigentliche Regierung in…
- s. 26: … im Frühjahr und Sommer 1377, während seines Aufenthaltes in der Mark Brandenburg, sich so gesund und kräftig gefühlt hat? Die Frage läßt…
- s. 37: … die Reichsgeschäfte in Deutschland führte und Karl sich in der Mark Brandenburg aufhielt; Wenzel erbat sich von seinem Vater eine Anweisung, wie…
- s. 39: … gewinnen kann: wie Karl IV. auf die Fahrt in die Mark Brandenburg seine Bücher mitnimmt154), und dann in dem Schlosse zu Tangermünde…
Název:
Ein Fürstenspiegel Karls IV.
Autor:
Steinherz, Samuel
Rok vydání:
1925
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
66
Počet stran předmluvy plus obsahu:
66
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Studie
- 41: Edition
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Universitätsbibliothek sind auf Fol. 28 a—34 b ein Schreiben Wenzels
an seinen Vater Karl und dessen Antwort eingetragen; beide Schrift-
stücke gehören zum Jahre 1377, als Wenzel zum ersten Male die
Reichsgeschäfte in Deutschland führte und Karl sich in der Mark
Brandenburg aufhielt; Wenzel erbat sich von seinem Vater eine
Anweisung, wie er als deutscher König und Kaiser regieren solle,
und Karl antwortete mit einer ganzen Abhandlung; von beiden
Dokumenten liegt uns eine Abschrift vor, welche aus den ersten
Jahren der Regierung Wenzels stammt.
„Ich hoffe auf Gott“, hatte der junge König Wenzel seinem
Vater geschrieben, „und auf die Unterstützung durch Eure Majestät,
welche durch lange Erfahrung und wachsame Geschicklichkeit eine
hervorragende Kenntnis der Regierung sich erworben hat.“ Die
Worte waren zutreffend. Als Wenzel sie niederschrieb, war ein
Menschenalter vergangen, seitdem Karl IV. die deutsche Krone
trug. Und wer wollte seine „wachsame Geschicklichkeit“ bestreiten ?
Mit ihr hatte Karl alles erreicht, was in Deutschland zu erreichen
war: Burgen und Güter, Ortschaften und ganze Länder, die deutsche
Königskrone für den Erstgeborenen, und ein Kurfürstentum für
den zweiten Sohn. Das deutsche Königtum hatte durch ihn allerdings
nicht an Macht gewonnen, aber sein eigenes Haus hatte er zum
mächtigsten in Deutschland gemacht. Wenn ein Herrscher wie
Karl IV. nach einer so langen Regierung einen Fürstenspiegel
schrieb, wenn er seinen Sohn belehren wollte, wie er als König und
Kaiser regieren solle — wer würde von einem solchen Autor und
einer solchen Schrift nicht die wertvollsten Aufschlüsse erwarten?
Aufschlüsse über die Regierung Karls, wie er in Deutschland jeden
Widerstand überwunden, wie er mit dem apostolischen Stuhle, mit
einer ganzen Reihe von Päpsten, das Einvernehmen erhalten, wie
er das Verhältnis zu den Großmächten im Westen und Osten, zu
Frankreich und Ungarn gestaltet hatte, wie Böhmen das reichste
und blühendste Land in Deutschland geworden war — vielleicht
sogar Aufschlüsse über die wichtigsten Fragen der Gegenwart, etwa
wie Wenzel mit seinen Brüdern und den mährischen Vettern, mit
den Fürsten und Städten in Deutschland, mit dem hohen Adel in
Böhmen sich verhalten solle, usw.
Wer mit solchen Erwartungen unsere Schrift durchsieht, wird
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eine Enttäuschung erfahren. „Wenn du glücklich regieren willst,
antwortete Karl seinem Sohne, „mußt du vor allem den himm-
lischen König, der alles lenkt und von dem alle Herrschaft ab-
hängt, fürchten und lieben.“ Dann sagt Karl, Wenzel müsse gerecht
sein, standhaft, milde, er dürfe sich ja nicht der Habsucht ergeben,
usw., das alles wird weitläufig, unter Berufung auf die Heilige Schrift,
auf Cicero usw. ausgeführt, aber in ganz allgemeinen Worten, ohne
jede Beziehung auf die Gegenwart, wie wenn Karl für die Fürsten
aller Völker und aller Zeiten hätte schreiben wollen. Er erzählt