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- s. 22: … — 22 des Jahres 1377 begab sich Karl in die Mark Brandenburg und verblieb dort bis in den November 70); in derselben…
- s. 22: … ge- trennt73), und auf diese Zeit, als Karl in der Mark Brandenburg sich aufhielt, beziehen sich unsere Schreiben. Ist dieses Ergebnis zutreffend,…
- s. 23: … die Worte unseres Schreibens. Karl IV. hatte sich in die Mark Brandenburg zurückgezogen und Wenzel wie zur Probe die eigentliche Regierung in…
- s. 26: … im Frühjahr und Sommer 1377, während seines Aufenthaltes in der Mark Brandenburg, sich so gesund und kräftig gefühlt hat? Die Frage läßt…
- s. 37: … die Reichsgeschäfte in Deutschland führte und Karl sich in der Mark Brandenburg aufhielt; Wenzel erbat sich von seinem Vater eine Anweisung, wie…
- s. 39: … gewinnen kann: wie Karl IV. auf die Fahrt in die Mark Brandenburg seine Bücher mitnimmt154), und dann in dem Schlosse zu Tangermünde…
Název:
Ein Fürstenspiegel Karls IV.
Autor:
Steinherz, Samuel
Rok vydání:
1925
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
66
Počet stran předmluvy plus obsahu:
66
Obsah:
- 1: Titel
- 7: Studie
- 41: Edition
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gewesen sei, gerade den Sohn Karls zu wählen — aber an der Tat-
sache, daß Karl einige Monate vorher erkrankt, und zwar schwer
erkrankt war, ist kein Zweifel möglich90). Und ebenso ist es un-
zweifelhaft, daß er im Dezember 1377 auf der Reise nach Paris
erkrankte und daß sein Aufenthalt am französischen Hofe durch
schweres Leiden sehr gestört war 91). Ende November 1378 ist er,
62 Jahre alt, gestorben. Wir sehen also, daß Karl in den ersten
Monaten des Jahres 1376 und wiederum zu Ende 1377 schwer
leidend war —ist dann anzunehmen, daß er im Frühjahr und Sommer
1377, während seines Aufenthaltes in der Mark Brandenburg, sich
so gesund und kräftig gefühlt hat? Die Frage läßt sich, allerdings
nur für das Frühjahr, mit Sicherheit beantworten. Am 23. März
1377 schrieb Karl IV. aus Berlin an seinen Hauptmann in Breslau,
Thimo von Colditz: „auch wisset, das wir von gotis genaden hie in
“ 92).
der marken zu Brandenburg frisch und gesunt seyn"
Die Feststellung, daß unsere Schreiben sich auf das Jahr 1377
beziehen, führt zur Folgerung, daß sie aller Wahrscheinlichkeit nach
auch in diesem Jahre entstanden sind. Denn wie sollte ein Fälscher
in späterer Zeit, als Wenzel bereits die Regierung angetreten hatte,
darauf verfallen sein, von ihm zu sagen, daß er rechtmäßiger Erbe
im Heimatlande und in mehreren Fürstentümern und verschiedenen
Herrschaften sei? Oder Karl die Worte in den Mund zu legen, daß
er Wenzel über die Auswahl seiner Räte und seines Gefolges mündlich
belehren werde, „sobald wir uns wieder sehen werden?“ Solche Be-
merkungen paßten für die Zeit, bevor Wenzel die Herrschaft über-
nommen hatte und als Karl IV. von ihm getrennt war, also zum
Jahre 1377, aber zu keinem späteren. Wer in späterer Zeit, nach
dem Tode Karls, einen Fürstenspiegel auf dessen Namen schrieb,
hätte als Fälscher ein Meisterstück geliefert, wenn er in seine Schrift
solche Bemerkungen, nur zur Täuschung seiner Leser, aufgenommen
hätte. Wir werden das um so weniger glauben, als ja diese Be-
merkungen für den Fürstenspiegel selbst und für den Zweck, den
ein Fälscher mit einer solchen Schrift verfolgt haben kann, z. B.
König Wenzel zu zeigen, wie er hätte regieren sollen, ganz belanglos
90) Siehe das oben (Anmerkung Nr. 83) erwähnte Schreiben des Papstes
an den Erzbischof Johann von Prag von 1376 Februar 23, in dem es heißt: „nuper
audita gravi aegritudine, quam imperialis serenitas passa fuit, de eius obitu ——
timuimus vehementer“. Und Karl selbst fügte einem Briefe an Gregor XI. vom
30. März 1376 die Nachschrift bei: „sanctissime pater et domine pertimende,
libenter venissem modo ad vos, sed gravor adhuc infirmitate valde“ (Weiz-
säcker, a. a. O., 1, Nr. 60).
91) Huber, Regesta, Nr. 5857 ab.
92) Korn, Breslauer Urkundenbuch, 1, 249, Nr. 304; aber am 17. Juni
desselben Jahres hatte Karl während seines Aufenthaltes in Magdeburg einen
so schweren Anfall von Podagra, daß er den Wagen, mit dem er zum Rathause
gefahren war, nicht verlassen konnte (Magdeburger Schöppenchronik [= Chro-
niken der Deutschen Städte VII], S. 273).