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Einleitung
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Urkundliche Beilagen
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Titel
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- s. 98: … 7207; über die Bedeutung dieser Heiraten —s. Scholz, Erwerbung der Mark Brandenburg durch Karl IV. (Breslau 1874) S. 17, 18; Steinherz, Die…
- s. 113: … Druck in Loserths Aufsatz „Beiträge zur Geschichte der Erwerbung der Mark Brandenburg durch Karl IV.“, in diesen Mit- theilungen Band XVI. (1878)…
Název:
Markgraf Wilhelm von Meissen und Elisabeth von Mähren, MVGDB 30
Autor:
Lippert, Woldemar
Rok vydání:
1892
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
36
Obsah:
- 93: Einleitung
- 109: Urkundliche Beilagen
- 128: Titel
Strana 98
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—
dieses letztere Bemühen hatte freilich keinen Erfolg.1) Wie früher treffen
wir Friedrich und Balthasar häufig beim Kaiser, besonders oft aber, und
jetzt auch durch den Grund der Verwandtschaft umso erklärlicher, den
Markgrafen Wilhelm. 2)
Das Beilager hat vermuthlich in Prag stattgefunden; hier hielt Karl
vom Januar bis August des Jahres 1366 Hof mit Ausnahme des Mai
und Juni, die er theilweise in Niederösterreich und Mähren verlebte.
Ueber den näheren Zeitpunkt läßt sich freilich nichts ermitteln, da in den
Prager Urkunden dieser Zeit Wilhelm nicht als Zeuge aufgeführt ist, wir
somit aus seinem etwaigen Aufenthalt am Kaiserhofe keinen Schluß ziehen
können. Vielleicht darf die Vermuthung gewagt werden, daß die Ver-
mählung der Nichte Karls gleichzeitig mit der seiner beiden Töchter
Katharina und Elisabeth, die am 19. März zu Prag stattfand, vorgenom-
men wurde; der Vater der Braut, der Markgraf Johann, war zu dieser
Zeit wenigstens in Prag anwesend. Auffallen müßte es allerdings, daß
bei diesen Vermählungen, über die wir chronikalisch unterrichtet sind, nichts
von dieser dritten Hochzeit gemeldet würde, wodurch doch das Aufsehen
dieser Festlichkeiten, die schon als Doppelhochzeit bemerkenswerth und poli
tisch wichtig waren, noch gesteigert worden wäre. 3) Daß die Heirat der
1) Ueber dieses Verhalten des Kaisers, wie über sonstige Uebergriffe und das
Eindringen böhmischen Einflusses s. Wenck S. 16, 17, 98, 99, Loserth, Mitth.
XVI., 169—171. Pelzel, Ueber die Herrschaft der Böhmen in dem Markgraf-
thum Meißen, in den Abhandl. der Böhm. Gesellschaft der Wissenschaften III.
(1787) S. 63—65; Steinherz, Mitth. d. Inst. f. Oest. Geschichtsforsch., IX.,
584, 585.
2) Vergl. hierüber die Ausweise über die Zeugen in dem Index bei Huber S. 675
und Additam. I. S. 822, wo aber Balthasar und Wilhelm nicht zu Söhnen
ihres Bruders Friedrich hätten gemacht werden sollen.
3) Die ältere Katharina, die Witwe Herzog Rudolfs IV. von Oesterreich, heira-
tete den Markgrafen Otto von Brandeuburg, die jüngere Elisabeth, die bis-
herige Braut Ottos von Brandenburg, den Herzog Albrecht von Oesterreich,
vgl. Huber n. 4277a, Addit. 7203, 7207; über die Bedeutung dieser Heiraten
—s. Scholz, Erwerbung der Mark Brandenburg durch Karl IV. (Breslau 1874)
S. 17, 18; Steinherz, Die Beziehungen Ludwigs I. von Ungarn zu Karl IV.,
Mittheil. d. Instit. f. Desterreich. Geschichtsforsch. IX., 564, der mit treffendem
Spott Scholz' Ansicht „eine Combination von erschreckender Kühnheit“ nennt,
da ja Katharina damals erst 24 Jahre alt und also keineswegs die Hoffnung
auf Nachkommenschaft von vornherein nichtig war. Daß die Ehe Wilhelms
erst später, etwa bei Karls Aufenthalt in Mähren (zu Znaim und Brünn in
der zweiten Hälfte des Mai und im Juni) erfolgte, erscheint ja in Anbetracht
dessen, daß die Braut eine Markgräfin von Mähren war, ansprechend, ist aber
wegen der früheren Bestimmung nicht gut annehmbar, daß bis zum Georgen-