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Einleitung
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Regel und Ordnung
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Bergformelbuch
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Titel
246
Název:
Die Waldordnung und das Bergformelbuch des Matthes Enderle, MVGDB 29
Autor:
Laube, Gusav
Rok vydání:
1891
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
46
Obsah:
- 201: Einleitung
- 214: Regel und Ordnung
- 217: Bergformelbuch
- 246: Titel
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—
aufgenommen, aus dieser aber auch unverändert in die Ferdinandeische
(93. Art.) übergingen. Dem entsprechend beziehen sich Enderle's Auf-
zeichnungen zumeist auf Vorfälle beim Stollenbetrieb. Da die vom Berg
meister ausgehenden Amtshandlungen häufig in das Bergbuch einzutragen
waren, so fügte er, wo es ihm nothwendig schien, ein Formular bei, um
hiedurch eine Gleichmäßigkeit in der Einverleibung gleichartiger Fälle zu
erzielen. Nur in wenigen Fällen sind diese ledigliche Muster, die meisten
sind wirklich erflossene Schriftstücke. Die Namen der vorkommenden Zechen
findet man zum größten Theil in den von Johannes Mathestus seiner
Joachinsthal'schen Chronica beigegebenen Fundgrubens und Ausbeute-
verzeichnifsen. Schottens, Niclass, Kohl-, Keilberg, Türkner sind heute noch
gebräuchliche Flurbezeichnungen in Joachimsthal. Der einmal genannte
Paul Klingeisen war daselbst 1530 Bürgermeister.
Die Ergänzungen, welche etwa der Verfafser noch nachzutragen be-
absichtigte, dürften, so weit sich dies aus dem Vergleiche der zweiten
Schlickschen Bergordnung erschließen läßt, denn diese möchte ich für maß-
gebend halten, nicht von großer Tragweite gewesen sein.
Als die Grafen Schlick Joachimsthal an den Kaiser abgetreten hatten,
trat an die Stelle der Schlickschen die, allerdings wenig abweichende Ferdi¬
nandeische Bergordnung. Der in Leipzig 1616 erschienene „Ursprung und
Ordnung der Bergwerke im Königreich Böheim etc.“ enthält die Ferdi
nandeisschen Bergordnung und hiezu p. 212 ff.: „Appendix. Allerlei Berg
„werksgebräuche und Ordnungen zu dem Joachimsthalschen Bergwerk
„gehörig, aus einem geschriebenen Exemplare mit Fleiß zusammengetragen,
„und in die Artikel vorgesetzter Bergordnung eingetheilt, so voraus nicht
„in Druck ausgangen.“1) Dieser sehr umfangreiche, 60 Folioseiten um-
fassende Anhang verhält sich zur Ferdinandeischen Bergordnung ganz ähnlich
wie die Enderlessche Schrift zur Schlicksschen, nur sind dort bis auf
drei alle Formularien weggelassen, von diesen ist das eine, der Vormeßbrief,
mit Enderle's wörtlich gleichlautend. Ich habe den Appendix mit dem
Bergformelbuch verglichen, und wenn ich auch außer der angeführten keine
größere Stelle übereinstimmend fand, so konnten mir doch zahlreiche auf-
fällige Anklänge nicht entgehen, so daß ich auch hier auf irgend einen
und alle anderen stollen, was in dieser nachfolgenden unser Ordnung uicht
verändert wird, sein gerechtickeit haben und behalten, auch soll gebawet werden,
wie gemein bergkrecht vnd alt herkommen ubung das ergeben und ausweisen.“
1) Auch abgedruckt, jedoch mit Hinweglassung des Beisatzes: „aus einem ge
schriebenen Exemplar etc. in Schmidt Sammlung der Berggesetze II. Bd. p. 154 ff.