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Einleitung
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Urkundliche Beilagen
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Titel
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- s. 59: … der Erectionsbücher in der Bibliothek des allzeit getreuen Metropolitancapitels bei St. Veit in Prag ergänzt; für die dabei erwiesene besondere Zuvorkommenheit schuldet…
- s. 63: … Jahrhundertes in dem Archive des allzeit getreuen Me- tropolitancapitels zu St. Veit erhalten hat, gestattete Wenzel IV., daß der Hof in Mořin,…
Název:
Beiträge zur Geschichte der Malerei in Böhmen während des XIV. Jahrhundertes, MVGDB 29
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1891
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
26
Obsah:
- 49: Einleitung
- 65: Urkundliche Beilagen
- 74: Titel
Strana 63
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einer bisher ungedruckten Urkunde vom 11. März 1381,1) die sich in einer
Abschrift des 17. Jahrhundertes in dem Archive des allzeit getreuen Me-
tropolitancapitels zu St. Veit erhalten hat, gestattete Wenzel IV., daß der
Hof in Mořin, für welchen sein Vater dem damaligen Maler Theodorich
und seinen Erben Abgabenfreiheit gewährte, von Nicolaus Mendil von
Eule und Johannes Vacense, 2) Goldschmied in Prag, an Zdena, die
Witwe des Jesco, genannt Mracz von Lažovicz, mit den alten Rechten
verkauft werden dürfte. Der neuen Besitzerin und ihren Erben wurde
volle Abgabenfreiheit unter Vorbehalt eines für die Karlsteiner Kreuzcapelle
jährlich zu entrichtenden Wachszinses von 30 Pfund, der wie von Theo-
dorich und dessen jeweiligen Erben halb zu Georgi halb zu Michaelis ent
richtet werden sollte, zugesichert. Die Grundlage für diese Bestimmung
bildete der Gnadenbrief Karls IV. vom 28. April 1367, auf welchen aus-
drücklich Bezug genommen ist, mit den Worten „prout hoc ipsum ante
predicti nostri genitoris literae, per quas sufficienter
informati sumus, lucidius attestantur“; derselbe hat demnach bei
der Ausstellung der Urkunde vom 11. März 1381 im Originale vorge
legen, ist aber nicht mehr durch den Meister Theodorich, sondern durch
Nicolaus Mendil von Eule und den Prager Goldschmied Johannes Va-
cense präsentirt worden, die als Verkäufer des Hofes erscheinen.
Theodorichs Besitz in Mořin war also zwischen dem 28. April 1367
und dem 11. März 1381 in andere Hände gelangt; der Zeitraum, in
welchem dies geschah, ist ein verhältnißmäßig kurzer, so daß wohl kaum
an mehr als einen einmaligen Besitzerwechsel gedacht werden kann und
die beiden Verkäufer des Mořiner Hofes im Jahre 1381 als die unmit-
telbaren Nachfolger des Hofmalers Theodorich betrachtet werden dürfen.
Sie scheinen vor nicht langer Zeit in den Besitz des Hofes gelangt zu
sein, den sie bei passender Gelegenheit sofort wieder verkauften. Wären
bereits mehrere Jahre zwischen dem Antritte und Wiederverkaufe des Be-
sitzes verstrichen, dann wäre zweifellos auch eine Erneuerung der Abgaben-
freiheit für die Nachfolger Theodorichs erfolgt. Eine solche hat aber nicht
stattgefunden, weil sonst die Urkunde vom 11. März 1381 darauf gerade
so wie auf das kaiserliche Privileg vom 28. April 1367 ausdrücklich Bezug
nehmen müßte, um die ununterbrochene Dauer der Begünstigung rechts
kräftig zu erweisen. Da jedoch nur das Diplom von 1367 präsentirt
1) Sieh Beilage Nr. VI.
2) Tomek, Základy starého místopisu Pražského. I. S. 65. číslo 189. 1405:
olim Henslini Waczensee.