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Titel
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- s. 59: … der Erectionsbücher in der Bibliothek des allzeit getreuen Metropolitancapitels bei St. Veit in Prag ergänzt; für die dabei erwiesene besondere Zuvorkommenheit schuldet…
- s. 63: … Jahrhundertes in dem Archive des allzeit getreuen Me- tropolitancapitels zu St. Veit erhalten hat, gestattete Wenzel IV., daß der Hof in Mořin,…
Název:
Beiträge zur Geschichte der Malerei in Böhmen während des XIV. Jahrhundertes, MVGDB 29
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1891
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
26
Obsah:
- 49: Einleitung
- 65: Urkundliche Beilagen
- 74: Titel
Strana 59
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mit desto größerem Eifer male, am 6. November 1359 das Recht, nach
freiem Willen und ohne Berücksichtigung irgend eines Vorbehaltes über
seinen Besitz zu verfügen. Im folgenden Jahre wurde ihm auch volle
Freiheit von allen Abgaben für seinen Hof, der in Mořin bei Karlstein
lag, ertheilt. Aus diesen Thatsachen wurde geschlossen, daß der Meister
kurz zuvor eingewandert wäre. 1) Dies müßte jedenfalls vor 1357 ge
schehen sein. Denn eine bereits seit mehreren Jahren gedruckte, von den
Kunsthistorikern bisher nicht beachtete Urkunde vom 5. Juli 1357, welche
bei einer Jahresgedächtnißstiftung für die Saazer Pfarrkirche am 27. No-
vember 1380 herangezogen wurde,2) stellt fest, daß Meister Nicolaus
Wurmser damals zwar noch das Bürgerrecht in Straßburg besaß, aber
bereits als Hofmaler Karls IV. bestellt war und Agnes, die Tochter des
Saazer Bürgers Mertlin Clugel, geheiratet hatte. Denn für sich, seine
Gattin und ihre Erben hatte er um 30 Schock und drei Firdung, die er dem
Johannes Eberlini unter der Bedingung gegeben hatte, daß derselbe bei Nicht-
einhaltung des Zinstermines nach Verlauf von acht Tagen den doppelten
Zinsbetrag als Strafe nach dem Brauche der Stadt der Partei zahlen solle,
einen Zins auf einem Hofe in Kossatiz erworben. Da diese Urkunde beweist,
daß der Hofmaler Nicolaus Wurmser nicht nur eine Saazerin heiratete,
sondern auch zu Saazer Bürgern in bestimmte Rechtsverhältnisse trat,
so ist wohl die Annahme selbstverständlich, daß er wiederholt und wahr-
scheinlich auch länger in Saaz weilte, wo man ihn und seine Verhältnisse
offenbar ganz gut kannte.3) Diese Thatsache leitet auch zu der Erwägung,
daß die Thätigkeit und Arbeiten des Meisters auch außerhalb der Hof
kreise nicht fremd blieben, sondern vielleicht auch auf die Werke der Maler
in einigen Landstädten Böhmens einigen Einfluß ausübten. Jedenfalls
sind mit den Beziehungen des NicolausWurmser zu Saaz
die ersten Fäden klar gelegt, welche einen der Hofmaler
Karls IV. mit einer damals schon bedeutenden Stadt des
Landes in urkundlich nachweisbarer Weise verbinden und
aus der isolirten Stellung einer nur dem Hofe bekannten
Persönlichkeit herausführen. Daß die Fäden nun gerade an
1) Pangerl-Woltmann, Buch d. Malerzeche in Prag. S. 130—131. Anm. 369.
2) Borový, Libri erectionum archidioecesis Pragensis saeculo XIV. et XV.
S. 169—170. Nr. 305. — Der an dieser Stelle nicht vollständig abgedruckte
Text wurde nach den Handschriften der Erectionsbücher in der Bibliothek des
allzeit getreuen Metropolitancapitels bei St. Veit in Prag ergänzt; für die
dabei erwiesene besondere Zuvorkommenheit schuldet Verf. dem hochwürdigsten
Herrn Canonicus Dr. Clemens Borový den verbindlichsten Dank.
3) Siehe Beilage Nr. III.