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Einleitung
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Urkundliche Beilagen
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Titel
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Název:
Beiträge zur Geschichte der Malerei in Böhmen während des XIV. Jahrhundertes, MVGDB 29
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1891
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
26
Obsah:
- 49: Einleitung
- 65: Urkundliche Beilagen
- 74: Titel
Strana 51
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lichen Belege für die Maler Theodorich und Nicolaus Wurmser neu ab-
gedruckt wurden, so blieb es zu bedauern, daß man nicht auch von den
erwähnten Privilegien, deren Originale in der Prager Universitätsbibliothek
leicht zugänglich waren, einen neuen, den heutigen Anforderungen der
Wissenschaft vollständig entsprechenden Abdruck veranstaltete. Auch die
von tschechischer Seite erfolgte Gegenausgabe des Buches der Malerzeche
begnügte sich rücksichtlich des Privilegs von 1365 und seiner Bestätigung
von 1380 mit dem bereits vorhandenen Abdrucke 1) und druckte nur den
größeren Theil des Privilegs von 1392 nach dem Originale neu ab.2)
Dies Vorgehen entspricht aber keineswegs der wahren Bedeutung der
in Rede stehenden Urkunden. Sie gelten einem Bestandtheile, der für die
Entwicklung der Malerzechen überhaupt von Wichtigkeit war, und hätten dem
entsprechend mit ener Ausgabe des Buches der Prager Malerzeche in
einen organischen Znsammenhang gebracht werden müssen, da sich das
Privileg von 1365 und seine Erneuerung im Jahre 1380 an die Ver-
treter der Altstadt, Neustadt und Kleinseite wendet, in dem Privileg von
1392 geradezu Bestimmungen für die Mitglieder der Prager Malerzeche
aufgenommen sind und somit die Bedeutung dieser Quellen für die Ent-
wicklungsgeschichte des Ganzen klar erhellt. Darum müssen die Einzeln
heiten der betreffenden Documente genauer ins Auge gefaßt und auf ihre
Originalität oder auf den Zusammenhang mit den Bestimmungen anderer
Malerzechen geprüft werden. Denn nur auf diese Weise köunen die be-
sonderen Eigenthümlichkeiten der Entwicklung in Prag klargelegt und in
threm Verhältnisse zu anderen Orten richtig erfaßt und beurtheilt werden.
Damit wird zugleich eine genauere Umschreibung der Grundlage gewonnen,
in welcher die Entwicklung der Prager Malerzeche wurzelt. Im Folgenden
sind die Bestimmungen des Privilegs für die Neustädter Schilder vom
Jahre 1365 zum Ausgangspunkte genommen und die Fäden des Zusammen-
hanges mit den Bestimmungen der Wiener Zeche klar gelegt, woraus sich
weitere Folgerungen für die Verhältnisse der Prager Malerzeche von selbst
ergeben.
Die Bestimmung des Meisterstückes der Schilder 1) beschränkt sich
genau auf dieselben Details, die auch bei andern auf deutscher Grundlage
1) Johann Quirin Jahn, Etwas über die ältesten Mahler Böhmens, in
Riegers „Archiv der Geschichte und Statistik insbesondere von Böhmen."
Dresden, 1792, I. S. 59 uf.
2) Patera-Tadra, Das Buch der Prager Malerzeche (Kniha bratrstva malíř-
ského v Praze) 1348—1527. Prag, 1878. S. 43—44.
3) Sieh Beilage Nr. I.