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Die Junker von Prag
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Urkundlicher Anhang
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Titel
94
Název:
Junker von Prag
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1894
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
78
Obsah:
- 17: Die Junker von Prag
- 84: Urkundlicher Anhang
- 94: Titel
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—
Roritzer und des Hans Schmuttermayer — Konrad Roritzer gewesen
sein mag, der den Chor der Lorenzkirche in Nürnberg erbaute und in
der Mitte des Jahrhunderts Dombaumeister in Regensburg war“. Da
Schmuttermayer sich selbst in der Vorrede „Hanns schmuttermayer von
Nurmberg“ nennt, so kann beim Vergleiche mit der damals üblichen Be-
zeichnungsweise des Geburtsortes kein Zweifel dariber bestehen, daß er
in Nürnberg geboren wurde, wo er wohl auch seine erste fachmännische
Ausbildung erhalten haben mag. Dieselbe iu die künstlerisch bedeutsamste
Bauhütte zu verlegen, welche damals in der Reichsstadt Nürnberg bestand,
erscheint sicher nicht unnatürlich, da der Charakter Schmuttermayers, der
sich nicht mit der Praxis allein begnügte, sondern auch der Beleuchtung
theoretischer Fragen seme volle Aufmerksamkeit und Kraft widmete, eine
gediegene Heranbildung in allen seine Kunst betreffenden Fragen gewifser
maßen schon von früher Jugend voraussetzen zu lassen scheint. Wer
konnte ihm da ein befferer Lehrer werden als der in hohen Kunstan
schanungen herangewachsene Meister Konrad Roritzer und sein denselben
Ansichten huldigender Sohn Matthäus?
Da 1458 „Hanns Pawr von Ochssenfurt die zeit balierer Con-
radten Roritzers steinmetzen“ sich betreffs der Vollendung des Chors und
Kirchenbaues zu St. Lorenz in Nürnberg verpflichtete, dieselbe auszuführen
„nach undterweisung meynung und willen des benannten meisters
Conradten Roritzers werckmeisters“ 1) so muß des letzteren Einfluß zur
Zeit, in welcher er deu Bau selbständig führte, noch größer gewesen sein.
Daß Haus Pawr von Ochsenfurt, welcher deu genannten Metster seinen
„vettern“ neunt uud wohl als Verwandter der angesehenen Steinmetzen
familie den gleichen Schulanschauungen folgte, die Hütte und den Bau
im Geiste Roritzers leitete, ist kaum zu bezweifeln. Ebenso ist die An-
nahme berechtigt, daß die Art der Roritzer den Nürnbergern zusagte,
welche nach dem Tode des Hans Pawr von Ochsenfurt als Parlier des
Banes der Lorenzkirche den Sohn des Konrad Roritzer, deu schon wieder-
holt genannten Matthäus Roritzer, zuließen. Mochte letzterem der Nitrn-
berger Rath am 24. September 1463 auch den Bau absagen,2) so ruhte
die Leitung desselben doch immerhin lange in den Händen der Roritzer
oder einer ihnen nahestehenden Persönlichkeit. Unter diesen Umständen
1) Neumann, Die drei Dombaumeister Roritzer und ihr Wohnhaus, die alteste
bekaunte Buchdruckstätte in Regensburg. Verhandlungen des historischen Ver-
eines von Oberpfalz und Regensburg. (Stadtamthof 1872.) 28. Band. S. 73
uf. Anbang Nr. III.
2) Hans Schmuttermayers Fialenbüchlein a. a. O. Sp. 69.