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Die Junker von Prag
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Titel
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- s. 22: … und 461. 3) Neuwirth, Die Wochenrechnungen und der Betrieb des Prager Dombaues 23 — tigten Steinmetzen eine hervorragende Stellung ein und arbeitete…
- s. 55: … Prag während des 14. Jahrhundertes üblichen Namengebung, die Wochenrechnungen des Prager Dombaues und die Listen der Namen der Prager Malerzeche erweisen das…
Název:
Junker von Prag
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1894
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
78
Obsah:
- 17: Die Junker von Prag
- 84: Urkundlicher Anhang
- 94: Titel
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—
ein neben letzterem üblicher und gern gebrauchter Beiname sehr wohl be-
kannt. Die durch Tomeks Základy am besten überprüfbaren Gesichtspunkte
der in Prag während des 14. Jahrhundertes üblichen Namengebung, die
Wochenrechnungen des Prager Dombaues und die Listen der Namen der
Prager Malerzeche erweisen das Unrichtige der Behauptung, es seien „ja
doch durch die Zunftbewegungen des 14. Jahrhunderts insbesondere noch
keine Familiennamen entstanden.“ 1) Sie bestätigen im Vereine mit den
oben beigebrachten Thatsachen die vollständige Haltbarkeit der Annahme,
daß die Bezeichnung der Junker von Prag „eine unzweifelhafte wirkliche
Namensbenennung ist“. 2) Da für den Prager Boden sich auch die Ansicht
nicht behaupten läßt, daß die Familiennamen im Bürgerstande zwar üblich,
jedoch noch nicht so feststehend wie in späterer Zeit waren, 3) und die hier
begegnenden Familiennamen, falls nicht ab und zu bloß der Taufname der
betreffenden Person verzeichnet ist, vorwiegend nahezu regelmäßig ange-
wendet werden, so muß auch für die Benennung „Junker von Prag“ der
Ausgangspunkt in Prag selbst gesncht werden. Wie z. B. die das Prager
Bürgerrecht erwerbenden Regensburger Kunz Pibinger, Ulrich Sittawer,
Nicolaus Spitzer 4) sofort mit Familiennamen und Herkunstsbezeichnung
eingetragen wurden, was auch bei dem 1380 als Prager Bürger aufge-
nommenen „Johannes dictus Rogel pictor de Halberstat“ geschah,5)
wie der 1419 als Sachverständiger berufene Meister „Erhart Kindelin
von Sletzstat“ und Johann Hültz von Köln in Straßburg mit ihrem
Familiennamen und der Ortsangabe begegnen 5) und ähnliche Verhältnisse
sich ohne Schwierigkeit anch an anderen Orten nachweisen lassen, so war
man sich gewiß darüber klar, daß die Meister, welche man als „Junker
von Prag“ bezeichnete, nicht nur aus Prag stammten, sondern auch schon
während ihres Aufenthaltes daselbst den Namen „Junker“ führten.
Da die Junker von Prag als bauverständige Steinmetzen zu be
trachten sind, muß man zunächst die in Prag zwischen 1375 bis 1410
erweisbaren Kunstbeflissenen dieser Gattung ins Auge fassen, unter welchen
sich freilich leider kein einziger Namens Junker, Junger, Jungher, Junkher
1) W., Zwei Egerländische Edelgeschlechter, die Spervogel und die Juncker. Mit
theilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen. (Prag 1871.)
9. Jahrgang, S. 181.
2) Seeberg, Die beiden Inncker von Prag a. a. O. S. 216.
3) Walderdorff, Die Jungkherrn von Prag a. a. O. S. 180—181.
4) Sieh oben S. 26.
5) Prag, Stadtarchiv. Cod. 986, Bl. 106.
6) Kraus, Kunst und Alterthum in Elsaß-Lothringen. I. S. 393 und 394.