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Die Junker von Prag
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Urkundlicher Anhang
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Titel
94
Název:
Junker von Prag
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1894
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
78
Obsah:
- 17: Die Junker von Prag
- 84: Urkundlicher Anhang
- 94: Titel
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weniger beachteten Landesheiligen anknüpft, die Vermuthung irgend einer
Beziehung des betreffenden Meisters zu Böhmen nahelegt, ist nicht anf-
fallend, wenn auch nicht behauptet werden soll, es müsse die Beilegung
des erwähnten Namens, der anderswo als in Böhmen doch nur unter
bestimmten Verhältnissen und Rücksichten gewählt wurde, unter allen Um-
ständen ein solches Wechselverhältniß zum Grunde haben. Die Thatsache,
daß in der Parlerfamilie sowohl Peter Parler als anch sein Sohn
Johann je einen Sohn Wenzel tanfen ließen, spricht gewiß dafüx, daß
Künstler, welche in Böhmen lebten und arbeiteten, auch in dieser Hinsicht
gewissen Anschannngen des Landes Rechnung trugen. Freilich könnte es
auch nicht befremden, wenn eine nach Regensburg ansgewanderte böhmische
Familie oder eine Regensburger Familie, welche in Böhmen liebe Ver-
wandte oder Freunde hatte, für einen Sohn den Namen Wenzel wählte,
da ja gerade zwischen Prag und Regensburg schon seit Jahrhunderten
ununterbrochen rege Verbindungen bestanden, die auch im 14. Jahrhun-
derte den Zuzng von Regensburgern nach Böhmens Laudeshauptstadt
aufrecht erhielten. 1) So erscheinen z. B. bald nach der Mitte des 14.
Jahrhundertes anf der Prager Altstadt ein Heinrich von Regensburg 2)
und ein Rupert Trawfner von Regensburg 3) seßhaft. 1339 erwarb der
Goldschmied Franczlin von Regensburg, 1344 der Goldschmied Laurenz
von Regensburg,4) 1350 der Goldschmied 5) Ulrich Payer von Regensburg,
1375 Kunz Pibinger von Regensburg. 1377 Ulrich Sittawer von Regens-
burg, 1380 Albert, Sohn des verstorbenen Sterner von Regensburg, 1385
Nicolaus Spitzer von Regensburg, 1391 Ulrich Tynnawer und Lenpold
von Regensburg s) in Prag das Bürgerrecht, und in der Prager Dom-
1) Umgekehrt lassen sich auch Zuwanderungen gebürtiger Prager nach Regensburg
noch während der Husitenunruhen nachweisen; Regensburg, Stadtarchiv.
Cod. DXXVIII. (1433.) Eodem Anno an Freitag vor Pfingsten ward meiner
herrn burger Peter Walker von Prag und swur burgerrecht ut supra. —
(1434.) Anno etc. XXXIIIIto an freitag vor Misericordia domini ward meiner
herrn burger Peter Eysenhawpp saiffenmacher von Prag und swur burger-
recht ut supra.
2) Tomek, Základy starého místopisu Pražského. (Prag 1865—1875.) I. S. 66.
3) Ebendaf. S. 250.
4) Neuwirth, Geschichte der bildenden Kunst in Böhmen vom Tode Wenzels III.
bis an den Husitenkriegen. (Prag 1893.) I. S. 226, Anm. 4 und Anm. 7.
5) Prag, Stadtarchiv. Cod. 986. Bl. 91. (1350.) Ulricus payer aurifaber de
Ratispona die sancti Urbani anno ut supra recepit purchrecht.
6) Prag, Stadtarchiv. Cod. 986, Bl. 104. 1375. Cuncz pibinger de Ratispona.
— Bl. 105'. 1377. Ulricus Sittawer de Ratispona. — Bl. 112. 1380. Al-
bertus filius quondam sterner de Ratispona. — Bl. 113. 1385. Nicolaus