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Die Junker von Prag
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Urkundlicher Anhang
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Titel
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- s. 80: … 1414 ausdritcklich als Tochter „olim Petri dicti Panycz carnificis de Nova Civitate Pragensi“ genannt ist, welcher natürlich mit einem Maler Peter Panicz nicht.eine…
- s. 92: … perpetui erga Dorotheam filiam olim Petri dicti Panycz carnificis de Nova Civitate Pra- gensi etc. Nr. VII. Matthias Panicz oder Pencz, auch Matthias dictus…
Název:
Junker von Prag
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1894
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
78
Obsah:
- 17: Die Junker von Prag
- 84: Urkundlicher Anhang
- 94: Titel
Strana 80
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wirklich in der Landeshauptstadt Böhmens als ansübende Künstler be-
gegnen. Faßt man zu diesem Zwecke das letzte Viertel des 14. Jahr-
hundertes und noch die beiden ersten Jahrzehente des 15. ins Ange, über
welche hinaus ein Herüberziehen der Junkerfrage auf den Prager Boden
wegen der gänzlichen Zerrüttung und längeren Störung des allgemeinen
Kunstlebens einfach unmöglich ist, so kommt man durchaus nicht zu Er-
gebnissen, welche eine Identifieirung der damals in Prag genannten Panicz
zunächst mit jenen des Buches der Prager Malerzeche und durch diese mit
den Junkern von Prag möglich erscheinen lassen.
Es haben sich aus der erwähnten Periode so überaus zahlreiche
Erwähnungen der verschiedenartigsten Meister in Prager Urkunden und
Stadtbüchern erhalten, daß mit Recht angenommen werden darf, es müßten
auch die drei Panicz der Malerzeche oder wenigstens einer, falls sie wirk-
lich um die Wende des 14. und 15. Jahrhundertes in Prag gelebt und
gearbeitet hätten, wie so viele, viele andere Künstler ab und zu oder
wenigstens einmal als Maler genannt sein. Das bleibt unter allen Um
ständen die unumgängliche, nothwendige Voraussetzung, deren Nachweise
gerade von tschechischer Seite durchaus nicht die erforderliche Sorgfalt
und Genauigkeit zugewendet wurde. Der Name „Panicz“ oder auch
„Bencz“ findet sich in Prager Stadtbüchern gegen das Ende des 14. uud
am Anfange des 15. Jahrhundertes durchaus nicht selten. 1) Ja, auch ein
Peter Panicz ist wiederholt genaunt, der 1403 bereits gestorben war und
eine Witwe Elisabeth sowie eine Tochter Dorothea und einen Sohn Nicolaus
hinterlafsen hatte. Leider ist an eine Identificirung dieses Mannes mit
dem Petr Panicz der Malerzeche nicht zu denken, da er schon 1393 als
„carnifex“ begegnet, 2) 1401 des „Pencz carnificis“ Erwähnung geschieht
und Dorothea 1414 ausdritcklich als Tochter „olim Petri dicti Panycz
carnificis de Nova Civitate Pragensi“ genannt ist, welcher natürlich
mit einem Maler Peter Panicz nicht.eine und dieselbe Person sein kann.
Die Prager Stadtbicher gedeuken auch eines zwischen 1388 und 1403
als „lanifex“ thätigen „Laurentii dicti Panicz“, 3) kennen 1383 Ulam
cingulatorem dictum Panicz4) sowie den noch viel öfter genaunten
Matthias Panicz, Penicz oder Pencz, au dessen Identität mit der Person
des von 1389 bis 1426 auf der Prager Neustadt als „braseator“ er-
wähuten Matthias Panicz 5) gewiß nicht zu zweifeln ist. Wie diese Männer
1) Sieh urkundl. Anhang Nr. VI. und VII.
2) Tomek, Základy, II. S. 20.
3) Ebendaf. II. S. 231.
4) Ebendaf. II. S. 51.
5) Ebendas. II. S. 159 nud 257.