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Einleitung
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Nachträge
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Titel
246
Název:
Simon von Tischnow, MVGDB 26
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1888
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
26
Obsah:
- 221: Einleitung
- 230: Nachträge
- 246: Titel
Strana 229
229
Eine Untersuchung über die Vorzüglichkeit des neuen vor dem alten
Gesetz und anderen Lehren 1) findet sich in dem Cod. X. E. 24 der
Prager Universitätsbibliothek. Diese Handschrift stammt zum großen
Theile aus dem Jahre 1412. In seiner Untersuchung erörtert Simon
zunächst, was man unter einer Secte zu verstehen habe. 2) Seinerzeit seien
die wichtigsten die der Christen, Juden und Saracenen; 3) die Lehre der
letzteren bestehe aus jüdisch-christlichen Elementen (lex Saracenorum est
collecta ex lege veteri atque nova). Seine Kenntuisse entnimmt Simon
dem Speculum historiale und der Chronik des Crescencius (Cestrensis?).
Wofür er sich entscheidet, ist klar. Die mohamedanische Lehre dehne sich
so weit aus, weil sie fleischlichen Genüssen huldigt. 4) Sie ist unzureichend,
falsch, unvollkommen; besser ist das jüdische Gesetz, welches ja in vielem
mit dem Christenthum übereinstimmt: das neue Gesetz ist das beste.
Jenes Buch, auf welches Balbin aufmerksam gemacht hat, de
unitate ecclesie, dürfte es sein, welches sich unter der Signatur A 16
im Archiv des Schwarzenbergsschen Hauses zu Wittingan befindet. Ich
schließe dies aus den Worten am Schlusse, die zur Einigung aufrufen. 5)
Die Schrift ist in Form eines Briefes gehalten und an die „weisen und
fürsichtigen“ gerichtet. Er erörtert in demselben die Pflicht zu predigen,
ohne hiebei auf Geldgewinn zu sehen, dann den Befehl Christi zu taufen.
Hiebei wird auf die Aenderungen hingewiesen, die im Laufe der Zeit von
der Kirche vorgenommen worden seien. Auch bezüglich der Sonntagsfeier
und der Osterfeier seien Aenderungen vorgekommen; was gar die Ehe be-
treffe, hätten Adam's Kinder unter einander geheiratet; jetzt verbiete man
1) Der genaue Titel lautet: Questio magistri Symonis utrum secta Christia-
norum sit perfeccior sectis Iudeorum et Saracenorum (Cod. Univ. Prag.
X. E. 24. Fol. 227b).
2) . . . non enim solum Arabes et Syros, Persas et Medos, Egypcios, Ethio-
pes et alios orientales homines infecit hec heresis, sed et Africam et plures
occidentales regiones corrumpens venit usque ad Hispaniam et diebus
nostris serpit in utramque Armeniam . . .
3) Unde peto vos causa Dei, uniatis vos per totum cum ceteris fidelibus
per totum orbem christianis. . .
4) Item penitencia et matrimonium sunt sacramenta magna et inceperunt
ab Adam . . . . et filii contraxerunt inter se matrimonium. Et nunc pro-
hibita est talis contradiccio usque ad terciam lineam consanguineitatis.
5) Et ex quo iste constituciones et quam plures alie sunt immutate, eciam
constitucio de sacramento corporis et sanguinis Christi per sanctam eccle-
siam ac ipsius gubernatores potuit immutari.