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Einleitung
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Nachträge
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Titel
246
Název:
Simon von Tischnow, MVGDB 26
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1888
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
26
Obsah:
- 221: Einleitung
- 230: Nachträge
- 246: Titel
Strana 227
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—
Fegefeuer und der streitenden hienieden auf Erden. Es ist kein Artikel
des Glaubens, daß man dem Papst gehorchen müsse, um selig zu werden.
Man kann ihu als Haupt eines Theiles der Kirche — der streitenden —
bezeichnen, aber selbst dies ist er uur dann, wenn er (was man nicht
weiß, aber aus seiner Lebensweise und seinen Handlungen ungefähr er-
sehen kann) praedestinirt, d. h. von Ewigkeit her zu Seligkeit bestimmt
ist und wenn er lehrt und thut, was schriftgemäß ist. Man muß also
bei jedem Befehl des Papstes fragen, ob das, was er anordnet, auch
schriftgemäß sei. Man sieht aus diesem, welche Rolle die „Schrift" bei
Wiclif spielt. Und das — sagt er — ist auch eine der Ursachen, weshalb
jeder Christ die Schrift kennen müsse. Man sieht daraus auch, daß Wiclis
hier schon auf dem Boden steht, den mehr als ein Jahrhundert später Luther
einnahm. Diese Lehrmeinung des Wielif hat Hus bis auf den Buchstaben
angenommen und Simon von Tissnow desgleichen.
Nun trat Paul von Prag auf mid behauptete in einer Predigt, daß
man „in diesen Tagen“ nicht ein jedes Wort des hl. Evangeliums zu glauben
und festzuhalten branche (quod non omne sancti evangelii verbum est
in hiis diebus credendum), sondern daß man sich nach den Zeitläuften
richten müsse (sed magis ad qualitatem temporum attendendum est).
Dann soll er weiter geäußert haben, daß Jeder, der einer Bestimmung
des Papstes und der Cardinäle widerspreche (qui contradicet cuicunque
constitutioni domini pape et suorum cardinalium), nicht anders zu be-
handeln sei, als wer dem Evangelium Christi widerspreche.
Man sieht, daß diese Aeußerungen das Fundament des Wiclifis
mus berühren und Simon säumte nicht gegen dieselben Verwahrung
einzulegen. Indem er beide Aussprüche als erschreckliche bezeichnet, zeigt
er in einem an Paul gerichteten Briefe, wie beide der Schrift, den
Aussprüchen der Kirchenväter und den canonischen Bestimmuungen wider-
sprechen.
In seiner Antwort gibt Paul zunächst eine Definition des Kirchen
begriffs, die natürlich iener des Hus (Wiclif) durchaus entgegegesetzt ist, und
nun erläntert Simon seine, beziehungsweise die Definition Wiclif's von der
Kirche, im Wesentlichen mit den Worten S. Augustins und der Decretalen.
Derjenige, der Wiclifs Lehre kennt, wird in den Ansführungen Simons kaum
irgend ein neues Moment herausfinden. Er steht ganz auf dem Inhalte von
Husens, richtiger Wiclifs De Ecclesia. Hus ist ihm der hl. Märtyrer,
dessen Lehre die Wahrheit enthalte. In einem weiteren Schriftstütcke, welches
an den Generalvicar der Olmützer Kirche gerichtet ist, führt Simon Klage