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Titel
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Název:
Eine Handschrift des Klosters Ostrow aus dem Jahre 1403, MVGDB 37
Autor:
Horčička, Adalbert
Rok vydání:
1899
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
18
Obsah:
- 308: Artikel
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als man gewöhnlich annimmt, da die Bibliotheken bei Zeiten leicht ge-
borgen werden konnten, wogegen die Werke der bildenden Kunst meist ein
Opfer der rohen Kriegsführung jener fanatischen Krieger wurden. Nur
so läßt sich auch die Thatsache erklären, daß eine Reihe von Handschriften
der vorhusitischen Zeit, welche wie die vorliegende aus solchen Klöstern
stammen, die durch die Husiten gänzlich zerstört worden sind, sich bis auf
den heutigen Tag erhalten haben.
IV.
Chronicon breve Bohemiae ab anno 1402 usque ad annum 1411.
Ich behalte für diese Aufzeichnungen, welche auf der freien Rückseite
der als Schutzdecke befindlichen Pergamenturkunde eingetragen sind, den
Titel, welchen ihnen der Bibliothekar des Stiftes Schlägl, P. Gottfried
Vielhaber, in seinem Verzeichnisse gegeben hat. Die Aufzeichnungen sind
gleichzeitig, von derselben Hand, welche die Notiz über die Vorgänge an
der Prager Universität im Jahre 1409 eingetragen hat, worauf schon der
Umstand hindeutet, daß der Verfasser dieses Chronicons ebenfalls mit
Vorliebe über den Zwist an. der Universität berichtet. Die Schriftzüge
zeigen gar keine Aehnlichkeit mit denen der Handschrift, so daß an Bruder
Martin als den Verfasser derselben nicht gedacht werden kann. Die Ein-
tragungen selbst beziehen sich nahezu ausschließlich auf Vorgänge an der
Universität und Streitigkeiten in der Prager Domkirche, welche durch die
hufitische Lehre veranlaßt wurden. Der Verfasser zeigt sich bei der
Schilderung mit den Verhältnissen sehr vertraut. Den Streit der Magister
an der Universität schildert er im Ganzen übereinstimmend mit dem
Chronicon universitatis bei Höfler, script. rer. hust., I. S. 13—47.
Dagegen schildert er Episoden aus dem Streit in der Domkirche mit den
Sängern und dem Könige (1409—1411) so ausführlich und eingehend,
wie dies in keiner gleichzeitigen Quelle der Fall ist. Es liegt uns hierin
demnach kein Excerpt und keine Compilation, sondern eine ganz selbst-
ständige Aufzeichnung vor, die besonders für die Jahre 1409 und 1411
dankenswerthe und viele neue Angaben bietet. Es ist der Verfasser, so-
weit man aus dem Inhalt auf die Person schließen kann, ein den Uni-
versitätskreisen nahestehender Priester von katholischer (?) 1) Ueberzeugung,
1) Er bemerkt zu dem Gesuch des Erzbischofs um Vernichtung der Bücher Wiclefs:
„ad suggestionem subdolam et informacionem vippeream quorundam lega-
torum archiepiscopi etc.“, doch kann man dies auch uur auf eine persöu
liche Feindschaft zurückführen, da schließlich der Erzbischof auf Seite
Alexanders V. übertrat, doch der größte Theil des Clerus in Böhmen noch bei
Gregor XII. ausharrte.