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Einleitung
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Urkundliche Beilagen
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Titel
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Název:
Der Baubeginn der Frohnleichnahms- und Barbarakirche in Kuttenberg, MVGDB 31
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1893
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
37
Obsah:
- 306: Einleitung
- 335: Urkundliche Beilagen
- 342: Titel
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für die Möglichkeit der Bauführung eines Gotteshauses, das gerade
diesem volksthümlich gewordenen Cultgedanken geweiht war, die nothwen-
dige Voraussetzung.
Da die Bruderschaft am 17. September 1384 als „von news
gestift“ genannt erscheint, so kann sie offenbar noch nicht lange bestanden
haben; denn sonst würde ste gewiß nicht „von news“ gestiftet heißen.
Hat sie aber 1384 nachweisbar noch nicht lange bestanden, worauf ja das
„von news“ zweifellos hindeutet, so könnte wohl, selbst wenn man Braniš
zustimmen wollte, nicht in diesem Jahre schon der Chor mit Umgang und
Capeslenkranz bis zur Triforiumshöhe vollendet gewesen sein. Denn ein
Blick auf den Ban des Prager Domes, für welchen ja weit reichere
Mittel als für die Kuttenberger Frohnleichnamss und Barbarakirche zu
Gebote standen, lehrt zur Genüge, daß die Fertigstellung der erwähnten
Partie zwei bis drei Jahrzehnte in Anspruch genommen haben müßte.
Wäre nun wirklich schon so lange Zeit an der Kuttenberger Frohnleich¬
namskirche gebaut worden, so konnte 1384 die gerade die Erbauung dieses
Werkes bestimmende Frohnleichnamsbruderschaft nicht mehr als „von news
gestift“ bezeichnet werden. Die letztere Ausdrucksweise läßt nämlich un-
bedingt auf einen erst kurzen Bestand der Frohnleichnamsbruderschaft
schließen, welcher wiederum, da die Vollendung der oben erwähnten Bau-
theile nicht binnen wenigen Jahren erfolgt sein kann, gegen die Fertig
stellung derselben bis 1384, ja überhanpt gegen eine in diesem Jahre
schon zulässige Bauführung spricht.
Hatte doch die „von news“ errichtete Frohnleichnamsbruderschaft
in Kuttenberg 1384 offenbar noch gar nicht die Errichtung eines selbstän-
digen Gotteshauses ins Auge gefaßt. Denn Heinl Perksmyd, welcher
augenscheinlich der Bruderschaft angehörte und Mitglieder derselben zu
Vollstreckern seiner ihr günstigen letztwilligen Verfügung ernannte, bestellte
für die durch ihn gestiftete ewige Messe der Bruderschaft den Pfarrer
Andreas von Leutolffheyn und dessen Nachfolger und gab es der Bruder
schaft vollkommen anheim, nöthigenfalls diese Messe an einen ganz belie-
bigen anderen Ort zu. verlegen. Ein solches Vorgehen wäre sicher nicht
erfolgt, wenn 1384 die Kuttenberger Frohnleichnamsbruderschaft bereits
eine eigene gottesdienstliche Stätte gehabt hätte. Wäre eine solche schon
vorhanden gewesen, so konnte es nur die Frohnleichnams- und Barbara-
kirche sein, in deren Capellenkranze ja bereits einige Räume nach Braniš
gewölbt waren. Hätte es letztere 1384 bereits wirklich gegeben, dann
müßte nach der Analogie des Vorganges bei größeren mittelalterlichen
Bauten, welcher z. B. auch beim Prager Dombaue verfolgt werden kann,