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Einleitung
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Urkundliche Beilagen
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Titel
342
Název:
Der Baubeginn der Frohnleichnahms- und Barbarakirche in Kuttenberg, MVGDB 31
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1893
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
37
Obsah:
- 306: Einleitung
- 335: Urkundliche Beilagen
- 342: Titel
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wiesen (pro capella nova Corporis Christi et B. Barbarae V. ibid. in
Montibus assignaverunt sub modis et conditionibus quae secuntur)
und insbesondere festgesetzt, daß der Nutznießer derselben in dieser Capelle
selbst die Messen lese oder letztere durch einen anderen Priester lesen lasse.
Mit der Errichtung dieser kirchlichen Stiftung und der Incorporirung
der zehn Schock für die erwähnte Capelle und ihren Priester ordnete man
das Patrónatsverhältniß nunmehr dahin: „Ius autem patronatus spec-
tabit, prout est ordinatum, inter D. praelatos et capitulum ecclesiae
Pragensis ex una et magistros czechae fraternitatis in Montibus
Kuthnis parte ex altera et in litteris desuper confectis plenius con-
tinetur.“ Demnach wurde erst am 28. Juli 1396 die Kuttenberger
Frohnleichnamscapelle zu einem selbständigen kirchlichen Beneficium er-
hoben, die Abhaltung des Gottesdienstes in derselben angeordnet und das
Patronatsrecht genau geregelt. Diese Thatsachen begründen wohl vollaus
die Annahme, daß erst 1396 der Bau der Kuttenberger Frohnleichnams
capelle so weit gediehen war, um die letzten vorbereitenden und abschließenden
Schritte zur gottesdienstlichen Benützung am Platze erscheinen zu lassen,
sprechen aber gewiß durchaus nicht dafür, daß schon 1384 der Chor mit
Umgang und Capellenkranz bis zur Triforiumshöhe fertig war. Denn
wenn eine 1384 gemachte Meßstiftung, welche die als Bauherr der
Kuttenberger Frohnleichnamscapelle auftretende Frohnleichnamsbruderschaft
in Kuttenberg nach der Bestimmung des Stifters an einen beliebigen Ort
verlegen durfte, nicht schon bei der ersten Verfügung, sondern erst 1396
der Frohnleichnamscapelle wirklich zugewendet wurde, so kann letztere
nicht schon 1384 theilweise vollendet gewesen sein, weil dann der Testator,
welcher die Frohnleichnamsbruderschaft bedachte, die freie Verfügbarkeit
gewiß nicht ausdrücklich zugelassen, sondern die Messe an das eben im
Baue begriffene Bruderschaftsgotteshaus gebunden hätte, wie es die Voll-
strecker seines Willens erst 1396 definitiv thaten.
Nicht minder bleibt es von Bedeutung, daß die Erhebung der
Kuttenberger Frohnleichnamscapelle zu einem kirchlichen Beneficium nicht
vor dem 28. Juli 1396 erfolgte. Denn gerade dieser Tag steht in
unmittelbarer Wechselbeziehung mit dem am 27. Juli 1388 getroffenen
Uebereinkommen zwischen dem Prager Domcapitel und der Kuttenberger
Frohnleichnamsbruderschaft wegen der Ueberlassung des Baugrundes für
die zu errichtende Frohnleichnamscapelle. Man verwies am 28. Juli 1396
ausdrücklich auf die gegenseitige Vereinbarung (prout est ordinatum)
und betonte, was „in litteris desuper confectis plenius continetur“. Es
ist gewiß im höchsten Grade merkwürdig, daß man am 27. Juli 1388