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Einleitung
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Urkundliche Beilagen
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Titel
342
Název:
Der Baubeginn der Frohnleichnahms- und Barbarakirche in Kuttenberg, MVGDB 31
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1893
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
37
Obsah:
- 306: Einleitung
- 335: Urkundliche Beilagen
- 342: Titel
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insofern einen Anhaltspunkt, als die Bezugnahme auf den Hochaltar ent-
weder die 1391 schon erfolgte oder unmittelbar bevorstehende Aufstellung
eines solchen zu verbürgen scheint, wenn anders die erwirkte Ablaßbegün-
stigung überhaupt einen praktischen Werth haben sollte. Die Aufstellung
des Hochaltares würde aber in diesem Falle den Rückschluß erlauben,
daß ein Theil des Baues, vielleicht eine Capelle des Capellen-
kranzes, bis 1391 vollendet war, und sich so die Möglichkeit bot, den
Hochaltar aufzustellen oder dessen baldige Aufstellung in Aussicht zu nehmen,
was natürlich auch für die Bestimmung der ersten Weihe der Capelle
von Wichtigkeit wäre. Letztere war sicher vor 1401 erfolgt, weil die Bulle
vom 16. April 1401 zum Schlusse auch auf die „ante consecrationem
ipsius capelle“ getroffenen Vereinbarungen über Patronatsrecht und Prä-
sentation ausdrücklich ebenso wie auf die bei der Gründung oder Errich=
tung gemachten verweist und dadurch einen für die Baugeschichte wichtigen
Moment als bereits vergangen hervorhebt. Ja, man darf die Weihe
wohl noch vor den 28. Juli 1396 ansetzen, an welchem Tage die Er-
richtungsurkunde der Frohnleichnams und Barbaracapelle in Kuttenberg
für den in letzterer abzuhaltenden Gottesdienst zum ersten Male ganz be-
stimmte Verfügungen trifft, die einen geweihten Raum nothwendig zur
Voraussetzung haben. Friedhofs, und Schulanlagen bei dem neuen
Gotteshause, Altarstiftungen für dasselbe, aber auch Störungen des ganzen
Unternehmens sind durch die Bullen von 1401 und 1403 verbürgt, deuten
jedoch darauf hin, daß die Förderung der Hauptsache, des Kirchenbaues,
nicht vergessen wurde, obzwar sich ihr manch Hemmniß entgegenstellte.
Während der bis zum Ausbruche der Husttenkriege reichenden ersten
Bauperiode nahm der Papst nochmals Stellung zu den Angelegenheiten
der Kuttenberger Frohnleichnamss und Barbarakirche, deren Baubetrieb
dabei ausdrücklich erwähnt wurde. Die 1401 und 1403 für das Gottes-
haus erwirkten Zugeständnisse hatten schon in den nächsten Jahren zu
manchen Ueberschreitungen bei der Abnahme der Beichte, beim Kranken
besuche und bei der Leichenbestattung auf dem neuen Friedhofe geführt,
durch welche insbesondere der Maliner Pfarrer geschädigt erschien. An-
läßlich der durch den Bischof Konrad von Olmütz als Schiedsrichter in
dieser Frage gefällten Entscheidung wurde am 16. April 14101) auch
bestimmt, es dürften in den Steinbrüchen und auf bestimmten Feldern
des Klosters Sedletz Tagarbeiter und Mauerer der „neuen Kirche“, welche
nach dem Wortlaute der Urkunde eben mit der Kuttenberger Frohnleich¬-
1) Kapihorský, Hystorye Klásstera Sedleckého. Prag, 1630. S. 53 uf.