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Urkundliche Beilagen
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Titel
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- s. 308: … S. 153 u. 549. 4) Braniš, Chrám sv. Barbory v Hoře Kutné. S. 17 läßt in der tschechischen Uebersetzung der Urkunde vom…
- s. 317: … oft und wann die 1) Braniš, Chrám sv. Barbory v Hoře Kutné, S. 13 uf. druckt wohl dic Texte derselben ab und…
- s. 325: … Urk. Beil. Nr. II. 2) Brantš, Chrám sv. Barbory v Hoře Kutné. S. 36—38. 3) Urk. Beil. Nr. III. — Staré Pamětj…
- s. 327: … die Baugeschichte der Barbarakirche 1) Braniš, Chrám sv. Barbory v Hoře Kutné. S. 38 uf. — Diese Bulle von 1403 lag anch…
Název:
Der Baubeginn der Frohnleichnahms- und Barbarakirche in Kuttenberg, MVGDB 31
Autor:
Neuwirth, Joseph
Rok vydání:
1893
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
37
Obsah:
- 306: Einleitung
- 335: Urkundliche Beilagen
- 342: Titel
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—
einer Frohnleichnams und Barbarakirche abgetreten wurde, den Bau für
sich ausführen ließ, wird wohl nicht bestritten werden können.
Schon Wocel neigte der Ansicht zu, daß sich in Kuttenberg „eine
fromme Bruderschaft zur Ehre des heil. Leichnams gebildet hatte, welche
wahrscheinlich mit der Entstehung der Kirche Corporis Christi ihren
Anfang nahm“.1) Diese Annahme findet nachträglich theilweise ihre Bestäti
gung in der erst jüngst erwiesenen Thatsache,2) daß der Frohnleichnams-
cult die gesammte Kunstthätigkeit in Böhmen während des 14. Jahrhun-
dertes ungemein befruchtete und zur Erbauung von Frohnleichnamskirchen
und Frohnleichnamscapellen führte, welche sich die eben entstehenden
Frohnleichnamsbruderschaften angelegen sein ließen. Wenn es nun z. B.
urkundlich sicher steht, daß 1382 die Prager Frohnleichnamsbrudersch aft
die Aufführung der Prager Frohnleichnamscapelle in Angriff nahm, so
wird man doch die Kuttenberger Frohnleichnamsbruderschaft, welche im
September 1384 als „von news gestift“ bezeichnet ist, nach der unbe-
streitbar echten Urkunde vom 27. Juli 1388 die Erbauung einer Frohn
leichnamscapelle bei Kuttenberg plante (capellam in honore Corporis
Christi et sancte Barbare . . prope montes Chutnis . . de novo
opere fundare et construere cupientibus) und auch den Grund dazu
erwarb, mit der Errichtung der Kuttenberger Frohnleichnams und Bar-
barakirche in ursächliche Verbindung bringen und als anregenden Bau-
herrn der Kirche betrachten müssen.
Entspricht dies Verhältniß, was wohl kaum bezweifelt werden dürfte,
wirklich dem Thatbestande des 14. Jahrhundertes, dann ist für die Bau-
geschichte der Kuttenberger Frohnleichnamskirche auch der Bestand der
dortigen Frohnleichnamsburderschaft 4) von Wichtigkeit; denn dieselbe bildet
1) Wocel, Die Kirche der heil. Barbara zu Kuttenberg in Heider-Eitel-
bergers „Mittelalterlichen Kunstdenkmalen des österreichischen Kaiserstaates“.
(2 Bände, Stuttgart, 1858 und 1860.) I., S. 176.
2) Neuwirth, Geschichte der bildenden Kunst in Böhmen vom Tode Wenzels III.
bis zu den Husitenkriegen. (Prag, 1893.) I., S. 148 uf.
3) Ebendaf. S. 153 u. 549.
4) Braniš, Chrám sv. Barbory v Hoře Kutné. S. 17 läßt in der tschechischen
Uebersetzung der Urkunde vom 17. September 1384 die für die Feststellung
des Thatbestandes so wichtigen Worte „czu lob und eren dem heyligen
leichnam unsers herren“ einfach ganz weg, was gewiß uicht dafür spricht,
daß die Urkunde in ihrer wirklichen Bedeutung für die Geschichte der
Kuttenberger Frohnleichnams- und Barbarakirche vollauf verstanden
wurde. Allerdings helfen solche Willkürlichkeiten anderen Hypothesen auf die
Beine, beleuchten aber höchst eigenthümlich das mit Emphase betonte „Nonum
prematur in annum".