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Chroniken
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Titel
232
Název:
Zur Geschichtsschreibung der Stadt Brüx, MVGDB 28
Autor:
Schlesinger, Ludwig
Rok vydání:
1890
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
40
Obsah:
- 193: Chroniken
- 204: Urkunden und Acten
- 232: Titel
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sich auch auf Palacky beruft, müßte also wenigstens von 1230 angefangen
den wirklichen Bestand des Kopitzer Zolles annehmen, wenn er nur ein
klein wenig besser zugesehen hätte. Somit ist die Berufung auf Palacky,
der nur die Urkunden von 1203 und 1208 anficht, gerade so verkehrt,
wie die auf das Stadtbuch, welches ohne Rücksicht darauf, ob die Urkunden
echt oder unecht sind, das fragliche Kopitz nach Sachsen verlegt. Auch
Ottokar II. bestätigte am 14. Juli 1272 den Ofseggern den Kopitzer Zoll.
Unter König Johann, welcher dem Kloster Ossegg das Patronatsrecht in
Pirna verlieh (4. September 1331) (25. Juli 1335), wird das Zollrecht
der Ofsegger in Pirna gewahrt, nur wird der Name Kopitz nicht mehr
genannt, und es liegt dann noch eine diesbezügliche Bestätigungsurkunde
vom Markgrafen Karl vom 24. Februar 1342 vor. Der Kopitzer und
der Pirnaer Zoll sind eben identisch. Von diesen Urkunden seit Ottokar II.
nahm allerdings Cori keine Kenntniß, wenn auch bereits Scheinpflug1) im
Jahre 1870 Inhaltsangaben derselben veröffentlicht hatte, und über das
Patronatsrecht und Zolleinkünfte der Ossegger in Pirna die betreffenden
Urkunden des Codex Damascus nebst andern einschlägigen im Codex
diplomaticus Saxoniae regiae2) vollinhaltlich im Jahre 1875 bekannt
gemacht worden waren.
Die Ausführungen Coris über das häusliche Leben, Tracht, Mode u.s.w.
sind mit Ausnahme der Beziehung auf das Privileg vom 16. April 1371
irgend einer veralteten allgemeinen Culturgeschichte,3) nicht aber besonderem
Brüxer Materiale entlehnt. Sie hätten in dieser Allgemeinheit füglich
wegbleiben können, oder mußte ihre Anwendbarkeit auf die Brüxer Ver-
hältnisse nachgewiesen werden, was freilich sehr schwer gehalten hätte.
Gute heimische Quellen für diese Dinge wären Piscators, Jobst's und
Rowber's Memorabilien und die Inventarien des Veit Albrecht ge-
wesen. Bei Piscator und Jobst hätte man insbesondere auch reicheres
1) Mittheilungen Jahrgang VIII. S. 37 flg.
2) II. Hauptth. 5. Bd. v. Posern-Klett und O. Posse: Urkundenbuch der Städte
Dresden und Pirna S. 342 flg. Die Kopitzer, beziehungsweise Pirnaer Zoll-
einkünfte hingen schon in der Přemyslidischen Zeit mit dem Patronatsrechte
zusammen. (S. Cod. dipl. Sax. 1. c. S. 328.) Wir können hier nicht weiter
untersuchen, ob Ossegg in dieser Zeit schon Patronatsrechte besaß oder bean-
spruchte, so viel aber ist sicher, daß die Mönche mit einer gewissen historischen
Thatsache rechneten, selbst wenn sie auch zu dem damals nicht ungewöhnlichen
Mittel der Fiction älterer Urkunden griffen.
3) Darauf bezieht sich wohl der soust unverständliche Satz (S. 32) „auch muß
erwähnt werden, daß bei dieser Schilderung auf die deutschen Quellen
besondere Rücksicht genommen werden mußte“.