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Chroniken
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Urkunden und Acten
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Titel
232
Název:
Zur Geschichtsschreibung der Stadt Brüx, MVGDB 28
Autor:
Schlesinger, Ludwig
Rok vydání:
1890
Místo vydání:
Praha, Wien
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
40
Obsah:
- 193: Chroniken
- 204: Urkunden und Acten
- 232: Titel
Strana 210
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—
Buches mit „Vergnügen aufgenommen und gebührend berücksichtigt werden
würde".
Cori's Arbeit ist der erste Versuch, eine lesbare, auch den wissen-
schaftlichen Anforderungen entsprechende Stadtgeschichte von Brüx zu bieten.
Aller Anfang ist schwer, und schon daß ein Anfang gemacht wurde, ist
in seiner Art nur anzuerkennen. Der Verfasser gehört nicht zu den
Geschichtforschern von Beruf, ein solcher ist ja auch nicht immer nothwendig,
manchmal auch gar nicht berufen, eine gute Stadtgeschichte zu schreiben.
Aber was gefordert werden muß, das ist in allererster Linie Kenntniß
und Verständniß der Quellen und der Literatur, sowie Vertrautheit mit
dem jeweiligen Stande der Forschung über den betreffenden und ein-
schlägigen Stoff. Diese Voraussetzungen können dem neuesten Geschichts-
schreiber von Brüx keineswegs ohne Weiteres zugesprochen werden. Es ist
sehr bedauerlich, daß dem Buche Cori's das Vorwort fehlt, in welchem
er sich über das von ihm benützte Materiale der allgemeinen Uebung
gemäß wohl hätte aussprechen müssen. So sehen wir uns genöthigt, nach
den Citaten allein unsere Schlüsse über das benützte Quellenmateriale zu
ziehen. Aber auch diese Citate schon tragen wegen ihrer Ungenauigkeit und
Allgemeinheit den Stempel der Unwissenschaftlichkeit. Cori's Hauptquelle
bildete das Brüxer Stadtarchiv, dessen wesentliche Stücke bis 1526 im
„Brüxer Stadtbuch“ vorlagen. Ferner entlehnte er dem Domcapitelarchiv
(so soll wohl das Citat Erzbischöfliches Archiv lauten) und dem Statthalterei-
archiv in Prag reichlicheres Materiale, vereinzelte Nummern über un-
wesentliche Dinge dem Neuhauser, Wittingauer, Innsbrucker und Raudnitzer
Archive. Daß er aus den Archiven von Mainz, Magdeburg, Frankfurt
a. M. und Ulm geschöpft habe, wie es im Schlußworte heißt, ist ein
Irrthum, von dem ich nicht begreife, wie er überhaupt aufkommen konnte.
Es hätte sich ja immerhin durch irgend einen Zufall in die Archive der
genannten Städte Brüxer Materiale verschlagen haben können, aber ich
finde von Cori selbst kein einziges dieser Archive citirt und sonst auch im
Texte keine Spur irgend einer Benützung derselben. In so weite Ferne zu
schweifen, war nicht nothwendig. Aus dem „Stadtbuche“ war mit geringer
Mühe zu entnehmen, wo sich die Nachforschungen auch nach 1526 reichlich
gelohnt haben würden. Die Nachbarstädte Saaz, Laun, Komotau
und Kaaden, deren Geschichte mit der von Brüx vielfach verwoben ist,
Kloster Osseg mit seinen reichen Sammlungen, die Universitäts
bibliothek in Prag mit den Zderaser Urkunden und den Memorabilien
der Saraser Magdalenitinnen, das Kreuzherrnarchiv in Prag, auf das
die Commenda in Wenzelsdorf hinweisen mußte, die gar nicht zu umgehende